Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im zweiten Jahrhundert
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 33)
- Language
- German
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158 A. Bücliler die, wie Ra§i erklärt, auf Priester, Leviten und Israeliten sich bezieht. Der technische Ausdruck פוגם, der in Kidd. 3, 12 die bemakelte, oder für den Mann gesetzlich ungeeignete Person bezeichnet1, ist hier auf die Familie angewendet, die durch die Geburt bemakelter Kinder schon im ersten Geschlecht unreine Elemente erhält und in der Folge der Geschlechter fortschreitend bemakelt wird. Da nun die ersten zwei Sätze die alle Grade der Verunreinigung herbeiführenden Ehen erschöpfen, ist nicht zu erkennen, was der dritte von dem besagt, der eine für ihn un~ passende Frau ehelicht. Denn, wie die Zusammenstellung lehrt, bedeutet unpassend nicht etwa wegen Altersverschiedenheit oder gesellschaftlicti für einander ungeeignete Personen, wie im Ausspruche des R. Gamaliel II2: Wer Thorah in seiner Jugend lernt, gleicht dem jungen Manne, der eine Jungfrau ehelicht; sie paßt für ihn und er paßt für sie; . . . wer aber Thorah im Alter lernt, gleicht dem alten Manne, der eine Jungfrau ehelicht, sie paßt für ihn, aber er paßt nicht für sie. Als alexandrinische Juden R. Josua b. Hananjah fragten, was man tun solle, um Knaben zu bekommen, antwortete er ihnen: Man eheliche eine passende Frau und heilige sich beim geschlechtlichen Umgänge3. R. Akiba sagte: Wer eine Frau ehelicht, die ihm nicht angemessen ist, Übertritt fünf Verbote4. R. Levi, der Amoräer, gibt als Sünde Nadabs und Abihus, der Söhne Ahrons, an, daß sie ihre vornehme Abkunft betonten und sagten: Der Bruder unseres Vaters ist König, der Bruder unserer Mutter ist Fürst, unser Vater ist Hohepriester, und wir sind stell- 1 Dock vgl. z. B. die Erklärung des R. Johanan b. Nuri in Tos. Jebam. 1, 9; Baraitka Jebam. 14 b unten, wo פגום einen niedrigeren Grad des Familienmakels als ממזר bezeichnet; doch hat die Parallele in jer. Jebam. I, 3a, 47, vielleicht nur irrtümlich, ממזר. Falls auch והפוגם in unserer Baraitka dieselbe Bedeutung hat, bezeichnet הפוסל den höchsten Grad des Makels, ממזר, wie z. B. R. Akiba in Baraitha Jebam. 44 b והיא פסולה וולדה פסול hat, während Misnah 4, 12 statt dessen והוולד ממזר biet. Der Terminus פסול wird jedoch von verschiedenen Lehrern zur Bezeichnung verschiedener Grade von Bemakelung angewendet und erfordert daher eine genauere Unter* Buchung. 2 ARM 23, 38 b: הלומד תורה בילדותו דומה לבחור שנשא בתולה שהיא הוגנת לו והוא הגון לה הלומד תורה בזקנותו י " י דומה לזקן שנשא בתולה היא הוגנת לו והוא איבו הגון להייי 3 Baraitha Nidd. 70 b ff. 4 ARN 26, 42 a; in Tos. Sotah 5, 11 im Namen des R. Meir; Bacher, Tannaiten I, 278.