Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im zweiten Jahrhundert
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 29)
- Language
- German
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154 A. Büchler Sifra entlehnt ist, wird dieselbe Auslegung als die der רבנן gegen R. Levi angeführt, und statt ,,dem Mamzer gleich“ steht das richtige Wort Mamzer. Der Sohn des Ägypters wollte sein Zelt im Lager des Stammes Dan aufschlagen, da seine Mutter von den Töchtern Dans war; aber die Daniter wiesen ihn seinem Vater zu auf Grund der Regel des Vaterhauses in Num. 12, was wohl auf den ägyptischen Vater überhaupt nicht angewendet werden konnte, da der Sohn des Ägypters zu keinem der Stämme gehörte. Daß er schon vor Jahren ein Proselyt wurde, bietet trotz der Fragen der Kommentatoren keine Schwierigkeit; da er jetzt mindestens 20 Jahre alt war und vor spätestens ebenso vielen Jahren, in Ägypten geboren, und als Sohn seiner jüdischen Mutter als Israelit angesehen und als Mamzer gestempelt, in der Wüste aber von den Daniten als Sohn des Ägypters als Nichtjude betrachtet ward, der, um als Israelit zu gelten, Froselyt wurde, verlor er selbst als Proselyt den Makel des Mamzer nicht. So bemerkt der sonst unbekannte Tanna Hananjah b. ‘Adai zu Lev 2410 in Tos. 'Eduj. 3, 4: ,,Wenn schon Moses, Elijahs Lehrer, Mamzere nicht bekanntmachen wollte, bis sie selber sich verrieten, um wieviel weniger machte Elijah Mamzere bekannt, bis sie sich selber verrieten", und betrachtet den Mann als Mamzer, d. h. als Israeliten1. In Sepphoris scheint es Mamzere gegeben zu haben, die Söhne von Jüdinnen und Nichtjuden oder Sklaven waren, wie es die besprochenen Regeln von Lehrern der Stadt nahelegen. R. Jose b. Halaftha erzählt, daß ein Mädchen, das zur Quelle ging, um Wasser zu schöpfen, dort vergewaltigt ward, und als die Frage des wahrscheinlichen Familienstandes des unbekannten Mannes 1 Aber die Behauptung Aptowitzers, HUCA 5, 1928, 275, daß der Mamzer in jeder Beziehung Jude sei, für welche er sich auf Jebam. 2, 5 beruft, ist so allgemein kaum zu begründen; denn der Mann in Lev 2410 ist als Kind der Israelitin vom Ägypter Mamzer, und es ist zu bedenken, daß der Mamzer zur Vollziehung der Leviratsehe nicht zugelassen wird, Jebam. IX, 12־, da er keine Jüdin ehelichen darf, und die Schwägerin durch חליצה befreit. Für die Haggadah in Sifra zu Lev 24! gibt übrigens auch Aptowitzer zu, daß der Mann, da er Proselyt wurde, nicht ganz als Israelit galt; aber das Hineinzerren einer angeblichen Polemik gegen die Hasmonäer hat trotz der vorhandenen Schwierigkeiten auch nicht die leiseste Be־ rechtigung.