Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 153

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im zweiten Jahrhundert
Date
1934-01-01
Page
Seite 153 (sequence 28)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829999-2830001-2849882--52537-2850071
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im 2. Jahrh. 153 verhalt dem R. Johanan berichtete, sprach dieser: Gehe hin und verkünde, daß ihre Kinder Mamzere sind. Da R. Hijja nicht erwähnte, daß diese Jüdinnen von den Proselyten bereits Kinder hatten, und nur von ihrer augenblicklichen Schwangerschaft erzählte, scheint es ihre erste Schwangerschaft gewesen zu sein; und da er in seiner Beschreibung den Ausdruck gebrauchte, daß sie von den Proselyten schwanger sind, scheinen sie nicht verheiratet gewesen zu sein, oder wurde ihre Eheschließung von den Lehrern als nicht gültig angesehen, und die Frauen erzählten dem R. Hijja auf sein Befragen nach den Urhebern ihrer Schwangerschaft, daß es die genannten Proselyten seien und daß sie selbst mit diesen nicht gültig verheiratet sind. Da das fehlende Tauchbad den Nicht־ juden trotz der gesetzlich ausgeführten Beschneidung in seinem ursprünglichen Stande beläßt1, sind nach R. Johanan die Kinder der Jüdinnen von den Nicht juden Mamzere2. 5. Die anonyme Baraitha in Sifra3 bemerkt zum Bibelverse Lev 2410: Obgleich es damals in Israel keine Mamzere gab, war der Sohn der Israelitin von dem Ägypter dem ממזר gleich, da, wie RABD und R. Simson aus Sens erklären, der Urheber dieser Auslegung der Ansicht war, daß das Kind der Israelitin von dem Nichtjuden Mamzer ist4. In der Parallele in Lev. r. 325, 4, die dem 1 Vgl. jer. Kidd. III, 64 d, 50-54. 2 Vgl. jer. Kidd. III, 64 d, 44; über גבלא s. S. Klein in MGWJ 64, 1920, 182 ff. und in 44 ,4 לשוננו ff. 3 Lev. 24x , 104 c: ויצא בן אשד, ישראלית והוא בן איש מצרי בתוך בני ישראל*. י אף על פי שלא היו ממזרים באותה שעה הוא היה כממזר, בתוך בני ישראל מלמד שנתגייר. Vgl. auch den Ausspruch bar-Kapparas in Mekhilt. Exod. 12, 6, 5 a und Parallelen in Bacher, Tannaiten II, 517, 6. 4 Aptowitzer in HUCA 5, 1928, 270 führt hierzu irrtümlich Sifra Lev. 22, 11, .97 c, no. 10 Beleg an, wo aber vom Mamzer sich nichts findet, dagegen Misnah Jebam. 7, 5 ihn nach derselben Hegel bestimmt. 5 רבנן ורבי לוי, רבנן אמרי אע״פ שלא היו ממזירין באותה שעה הוא היה ממזר, רבי לוי אמר ממזר בריר היה, כיצד •, vgl. Tanh. 24 אמור; B. 32. Die Erörterungen Aptowitzers sind kaum verständlich, da das Kind aus solchem Umgänge nicht bloß illegitim ist, sondern, was als Makel viel ernster ist, auch als Mamzer gestempelt wird, und es ist, wie schon oben, S. 17 dargelegt wurde, aus der Halachah, Jebam. 4, 13 nicht zu erkennen, wie dieser schwerste aller Familienmakel aus dem Umgänge der Jüdin, an der der Makel überhaupt nicht haftete, und des Nicht juden, auf den der Makel keine An- Avendung findet, in dem Kinde entsteht, da die beiden Parteien keine Blutsverwandten sind und selbst in B. Akibas umfassender Liste keinen Platz haben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.