Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im zweiten Jahrhundert
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 30)
- Language
- German
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Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im 2. Jahrh. 155 dem R. Johanan b. Nuri vorgelegt wurde, sagte er, daß, wenn die Mehrheit der jüdischen Bewohner der Stadt von solcher Familienreinheit sind, daß ihre Töchter Ahroniden heiraten dürfen, auch das vergewaltigte Mädchen die Frau eines Ahroniden werden dürfe, Kethub. 1, 10. Hierzu bemerkt Rabh, der in Sepphoris Schüler des R. Jehudah I gewesen war, daß sich der Vorfall an der Quelle von Sepphoris zugetragen hat1. R. Johanan b. Nuri war, soweit bekannt, nicht aus Sepphoris, sondern hielt sich dort nur eine Zeit lang infolge der hadrianischen Verfolgungen auf2 und mag noch keine Gelegenheit gefunden haben, den Grad der Familienreinheit der verschiedenen Schichten der Bevölkerung von Sepphoris kennen zu lernen, weshalb er sich in seiner Antwort so vorsichtig ausdrückte und im Bedingungssätze die Möglichkeit des Vorhandenseins bemakelter Bewohner offen ließ. Als einmal ein kleines Mädchen auf einem Kehrichthaufen ausgesetzt gefanden und die Frage der anzunehmenden Familienreinheit des Kindes dem R. I§mael b. R. Jose vorgelegt wurde, antwortete er, daß dasselbe den bemakelten Familien zuzuweisen ist3. R. ISmael, wie sein Vater R. Jose b. Halaftha, lehrte und wohnte in Sepphoris, der Vorfall trug sich also dort zu. Und es ist von besonderem Interesse, daß in Baraitha Kethub. 14 b oben R. Simon b. Eleazar im Namen des R. Meir und ebenso R. Simon b. Menasja, der Zeitgenosse des erstem in Sepphoris, in der Bestimmung der einer bemakelten Familie gehörigen Witwe sagten, daß die Juden wohl Mamzere in ihrer Mitte, aber nicht die in ihrer Familienreinheit bemakelten Ahroniden in ihrer Mitte kennen4. Der oben so oft genannte R. Haninah b. Hama in Sepphoris sagte: Einmal in sechzig oder siebzig Jahren schickt Gott eine Seuche, die Mamzere hinwegrafft, aber auch Unbemakelte, 5כשדים, um die Sünder 1 Jer. Kethub. I, 25 d, 37; b. 15 b. 2 Tos. Kelim 3, II, 2; MGWJ 76, 1932, 422 ff. 3 Jer. Kethub) I, 25 d, 75; vgl. b. 15 b. 4 מכירין ישראל ממזירים שביניהם ואין מכירים חללים שביניהם, Tos. Kiddus. 5, 2; vgl. F. Rosenthal in MGWJ 30, 1881, 165. Als um 279 R. Zebra aus Babylonien nach Galiläa, offenbar nach Tiberias, kam, hörte er, wie Leute andere Personen als ממזירא וממזירחא ansprachen, jer. Kidd. III 64c 68; Lev. r. 32, 7. 5 Vgl. den Ausspruch des R. Simlai in jer. Sotah I, 17 a, 11; Gen. r. 26, 5; Lev. r. 23, 9: Wo du Unzucht findest, findest du, daß eine Seuche