Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im zweiten Jahrhundert
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 22)
- Language
- German
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Familienreinlieit und Sittlichkeit in Sepphoris im 2- Jahrh. 147 lung über die Samaritaner, wie in b. Kidd. 75a ff., und erst wird der Ausspruch des R. Johanan im Namen des R. I§mael über die Bemakelung der Jüdin durch den Umgang des Nichtjuden oder des Sklaven angeführt, und weiter der oben von R. Dimi gemeldete Ausspruch des R. I§mael, hier als der R. Johanans im Namen des R. I§mael. Aus der Zusammenhaltung der beiden Parallelberichte ergeben sich zwei Erkenntnisse, erstens, daß R. Dimi diese Erklärung, wie viele andere, im Namen des R. Johanan vorgetragen hat, und zweitens, daß R. Johanan hier nicht einen ausdrücklichen Satz des R. Ismael mitteilt, sondern eine von ihm selbst vorgeschlagene Deutung und weitere Ergänzung des Ausspruches des R. Ismael über die Bemakelung der Jüdin durch den Umgang des Nichtjuden oder des Sklaven. 4. In Jebam. 45 a werden ferner von Lehrern der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts zwei widersprechende Meinungen über das Kind gemeldet. Als R. Abin von Palästina nach Babylonien kam, berichtete er: R. Nathan und R. JehudahhaNassi entschieden, daß das Kind nicht bemakelt ist; als R. Dimi von Palästina nach Babylonien kam, berichtete er, daß R. Jishak b. Abdimi im Namen von רביכו gesagt hat, daß das Kind Mamzer ist. Beide Meldüngen rühren von den zwei wohl bekannten reisenden Lehrern der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts her. Aus der Tatsache, daß die Ansicht des R. Nathan von R. Jehudah I geteilt wurde, folgt mit hoher Wahrscheinlichkeit, daß der Patriarch in den ersten Jahren seiner Amts- und Lehrtätigkeit, als ihn der persönliche Verkehr und die Lehrmeinungen des R. Nathan stark beeinflußten, dessen erleichternde Ansicht vertrat. Dagegen, wie die Meldung seines persönlichen Schülers R. Jishak b. Abdimi, dem wir mehrere halachische Aussprüche und Entscheidungen R. Jehudahsl aus dessen späteren Jahren in Sepphoris verdanken, zeigt, rührt seine strengere Meinung aus den letzten Jahren des Patriarchen her. Allerdings könnte dieser ursprünglich der Ansicht seines Lehrers R. Simon b. Johai gefolgt sein, der das Kind ebenfalls nicht als Mamzer stempelte; aber die Nebeneinanderstellung R. Jehudas I mit R. Nathan ohne Nennung des R. Simon zeigt] daß der erstere die — nicht genannten — Gründe R. Nathans und seine Lehrmeinung annahm. R. Nathan seLbst als Baby- Ionier mag gelehrt haben, daß kein genügender Grund bestand, ׳10