Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im zweiten Jahrhundert
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 16)
- Language
- German
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Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im 2. Jahrh. 141 umsomehr mit der Schwester, Lev. 2017, und mit der Menstruierenden, Lev. 20181. Auf die von R. Eliezer b. Jacob vorausgesetzte Regel, daß die Kinder aus der Ehe zwischen Vater und Tochter und aus der zwischen Geschwistern Mamzere sind, wurde bereits hingewiesen2; doch weder er, noch andere Lehrer führen das tatsächliche Vorkommen eines Mainzers solchen Ursprungs an3. Anderseits sagte R. Simon b. Gamaliel II: Jedes Gebot, das die Israeliten freudig auf sich nahmen, wie z. B. die Beschneidung, Ps 119162,üben sie noch immer freudig aus; dagegen jedes Gebot, das die Israeliten murrend auf sich nahmen, wie z. B. das Verbot der Ehen mit Bhatsverwandten, wie es heißt, Num 1110: Und Moses hörte das Volk weinen wegen seiner Familien, in Angelegenheit seiner Familien, üben sie noch immer murrend aus4. Von solcher Unwilligkeit ist aus der rabbinischen Literatur sonst nichts bekannt; da aber R. Simon b. Gamaliel der Vorsitzende des Lehrhauses in Usa war und in Galiläa, z. B. in Sepphoris5, 1 Vgl. jedoch Tos. Jebam. 6, 9 Ende; b. 49 b; jer. IV, 6 b, 75. Hierzu kommt noch als dritte Regel die des R. Akiba in Jebam. 4, 13 und als vierte Regel die des R. Ismael in Midr. Tannaim, Deut144 ,!23 ־; siehe Schwarz- Festschrift 143, 1. Auch R. Ismael nimmt an, daß die in Lev 20u gesetzte Strafe Ausrottung durch Gott ist, und erklärt nur das in blutschänderischem Umgang gezeugte Kind als Mamzer. 2 Schwarz-Festschrift, 145—146. 3 Auf die Gefahr des geschlechtlichen Umganges mit nahen Verwandten weist der in Baba bath. 98 b angeführte Satz ben - Siras hin: Alles habe ich in der Wagschale gewogen und nichts Leichteres als Kleie gefunden; aber leichter als Kleie ist der Schwiegersohn, der im Hause seines Schwiegervaters wohnt. R. Josua b. Levi im Kamen der (in Sepphoris wohnenden) Männer von Jerusalem sagte, Pesah. 113a■: Kimm deine Frau in Acht vor ihrem ersten Schwiegersöhne, (nicht,wie Bacher, Paläst. Amoräer, I, 135 übersetzt: vor ihrem einstmaligen Bräutigam); vgl. Apokalypse Abrahams in J QR 7, 1894, 588. In Baraitha Kidd. 81 b verlangt R. Tarfon von seinen Leuten, ihn vor seiner Schwiegertochter zu schützen; ein Jünger, der ihn darob verlachte, verfiel, wie R. Haninah b. Gamaliel berichtet, durch seine Schwiegermutter in Sünde. R. Meir verlangt, daß man ihn vor seiner Tochter schütze. 4 Baraitha Säbb. 130 a. 5 Baba me?. 8, 8; in Jebam. 64b erzählt R. Johanan, daß die Söhne dreier von vier in Sepphoris wohnenden Schwestern in Folge der Beschneidung starben, und als die vierte einen Sohn bekam und R. Simon b. Gamaliel fragte, ob sie ihn beschneiden müsse, er sie davon befreite. Vgl. S. Klein, 3 ,58 מאמרים שובים.