Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im zweiten Jahrhundert
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 14)
- Language
- German
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Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im 2. Jahrh. 139 zu einem mit Wasser gefüllten Gräben, um sich durch ein Tauchbad zu reinigen; als ihn der Lehrer auf die Gefahr seines Unternehmens hinwies, erklärte der Mann, daß er sich vom geschlechtlichen Umgänge mit einer Menstrua und einer verheirateten Frau reinigen wolle.! Als er trotz der wiederholten Warnung des Lehrers sein Vorhaben ausführte, ertrank er, wie es R. Jose vorausgesagt hatte, jer. Berakh. III 6c 54. In Baba mes. 83b wird erzählt, wie R. Eleazar b. R; Simon, als er in römischen Diensten stand, einen frechen Juden, der ihn beschimpfte, verhaften ließ; als er ihn später aus der Haft befreien wollte, erwies es sich als unmöglich. Als er erfuhr, daß der Mann gekreuzigt wurde, stellte sich R. Eleazar unter das Kreuz1 und weinte; da sprachen Leute ihn an und sagten: Rabbi, es kränke •dich nicht, denn der Mann und sein Sohn hatten am Versöhnungstage geschlechtlichen Verkehr mit einer Verlobten •(und er verdiente den Tod)1. Während der oben angeführte Bericht aus der Zeit Hillels es unzweifelhaft beweist, daß schon um das Jahr 1 das im Ehebruch gezeugte Kind von den Lehrern als Mamzer erklärt ward, fehlt es gänzlich an Meldungen, ob die von Lehrern der vorhädrianischen Zeit vöfgeträgenen; Bestimmungen betreffs der Mamzere aus 1 rB• Haninah b. Hama, in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts in Sepphoris, sagt in Baba mes. 58 b unten: Alle (Sünder), die in die Hölle hinabsteigen, kommen wieder herauf, mit Ausnahme dreier, die nie wieder heraufkommen: wer mit einer verheirateten Frau geschlechtlichen Verkehr hat, wer seinen Genossen öffentlich beschämt :und wer ihm einen Schimpfnamen beilegt. Die nachdrückliche Androhung ewiger Höllenstrafe legt nahe, daß B. ITaninah in Sepphoris Veranlassung hatte, gegen ihm berichteten Ehebruch zu sprechen. Ob er in den zwei anderen Vorwürfen gegen die von B. Jose b. IJalaftha in der Baraitha Kidd. 28 a gerügten Beschimpfungen, Sklave, Mamzer und Böse wicht, sich warnend aussprach? Denn in Sabb. 30. b unten wird erzählt:;Ein Mann kam zu Babbi und sagte: Deine Frau ist meine Frau und deine Kinder sind meine Kinder, . . .; ein Mann kam zu B. Hijja und sagte: Deine Mutter ist meine Frau und du bist mein Sohn, . . . B. bijja sagte: Das Gebet Bäbbis bewirkte es, daß seine Kinder nicht als Mamzere erklärt wurden; denn Babbi sprach in seinem täglichen־ Gebete: Mögest Du in Deinem Wohlgefallen, Ewiger, unser Gott, mich heute retten von Frechen und von Frechheit! Gegner dieser beiden Lehrer in Sepphoris äußerten solch unsinnige Worte des Verdachtes un d - der bestimmten Anklage gegen die:: Makellosigkeit der Abstammung B. Jehudahs I und des Babyloniers B. Hijja, ohne Zweifel um sich an diesen Lehrern zu rächen.' -; . ■ *t