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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 96

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Die "Landschaft" im biblischen Hohenliede
Date
1934-01-01
Page
Seite 96 (sequence 16)
Language
German
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96 Samuel Krauß doch die Braut, den Geliebten suche n zu müssen, und da verfällt sie auf den Gedanken, daß sie ihn am Ende im Trubel der Stadt suchen müsse. Was nun vollends die häufige Erwähnung von J erusalem betrifft, so haben die Anhänger der wasf- Theorie richtig erkannt, daß ,,Jerusalem“ nur Bild und Muster ist wie ,,Salomo“, und wie auch ,,Sulamit“ 7X nichts anderes will als Idealweib (nach I Kön 13217-21;15־). Auf die nämliche Weise erklärt sich endlich auch ״Tirza“ in ß4. Freilich in Parallele mit ,,Jerusalem“ ebd. wird man geneigt sein, in dem Worte die Stadt Tirza zu erkennen; aber jenes ירושלם ist schon längst als Schreibfehler für כיר׳ שלם׳ ,,wie die Teppiche Salomos“ (nach 15) erkannt worden, und dann hindert nichts, in ,,Tirza“ einen Frauennamen zu sehen; vgl. unter den Töchtern Zelofhads Num 27x. Auch ,,Tirza“ ist also der Typus einer Idealschönheit. Es würde mich nicht wundern, wenn auch der häufige Name Tamar Palme sozusagen als Gattungsname gebraucht worden wäre. Und das läßt sich in einem gewissen Sinne aus der rabbinischen Literatur tatsächlich belegen, denn wir finden die Angabe (b. Jebamot 34b): ,,Alle ,,gepreßten“1 Frauen des Hauses Rabbis haben den Namen ,,Tamar“, und warum? Wegen einer (ersten) Tamar, die mit ihrem Finger gepreßt hatte“ (um nämlich ihre Jungfernschaft fallen zu machen). Einen anderen Fall hatten wir oben in der berüchtigten Swalnai, die eigentlich die geschichtliche Figur Kozbi bath Zur (Num. 2515) gewesen sein soll (b. Sanh. 82b). Zuletzt wäre noch der Ortsname 8 בעל המוןn zu fixieren. Bis jetzt ist es nicht gelungen, diesen Ort zu identifizieren, denn weder der Hinweis auf Hammon (Jos. 1928), noch der auf Judit 83 paßt für unsere Stelle. Der Ortsname המון in Phönizien (ZATW NF VIII, 6) führt uns nicht weiter. Ich vermute, daß hier überhaupt kein Ortsname vorliegt, sondern die vorzügliche Lage des Weinberges, um dessen Früchte jeder Pächter tausend Silberlinge zahlen würde, angedeutet werden soll, wie etwa in Jes 5X; 1 Sie ,,preßten“ sich die Brüste zusammen. Zar Erklärung diene, was Hersc h b e r g a. O. 17 ausführt; seine Einwendungen gegen mich habe ich ebd. 54 zu entkräften gesucht. Dies auszuführen, ist nicht hier der Platz. Vgl. übrigens die Komm, zu Ez. 23, 21. Mit dem ,,Finger pressen“ ist mehr als die Brüste pressen; da handelt es sich um die Jungfernschaft.

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