Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die "Landschaft" im biblischen Hohenliede
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 15)
- Language
- German
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Die Landschaft im biblischen Hohenliede 95 degel gemeint sein1. Im HL wird mm gesagt: ,,Er brachte mich in das Weinhaus (= Brautgemach; so auch Haupt S. 66), und sein Panier, das er über mich breitete (ist in עלי enthalten!) ist das Panier einer Liebe" — dezente Worte für den Begriff : dort ehelichte er mich, und in der Erinnerung schwelgend, sagt sie noch: ,,seine Linke unter meinem Haupte, mit seiner Rechten umfing er mich". Vielleicht soll mit dem ,,Panier" gesagt sein, daß auch die Ehe im Freien unter gesetzlichen oder von der Sitte geheiligten Formen vor sich ging. Als Parallele zur Lage dient schon 14 noch mehr aber S2 ff., doch gehört das nicht hierher. Zum Bilde der Landschaft gehören noch einige Angaben, die wir hier behandeln wollen. Wenn auch angenommen werden kann, daß der Dichter mehrere Liebespaare vor Augen hat, oder, Mae . wir es ausgedrückt haben, daß nur lose Hochzeitslieder und eigentlich nur die Fragmente derselben geboten werden, so braucht das Landschaftsbild doch nicht unbedingt zu wechseln, und aus den verschiedenen Ortsangaben ist nicht unbedingt auf einen Szenenwechsel zu schließen. Die 217 הרי בתר und 4ג8 הרי בשמים ,,zerklüftete Gebirge" und ,,Gewürzgebirge", in die sich der Liebhaber einstweilen begeben soll, können ganz gut in der Nähe des lieblichen Tales oder der Weingärten, in denen sich das Mädchen befindet, gedacht werden. Überhaupt werden diese Berge mehr in der Einbildung als in der Wirklichkeit vom Tal verschiedenartig gewesen sein, ähnlich wie wir es ,zu 48 behauptet haben; der beste Beweis scheint mir gerade darin zuliegen, daß die ,,gezackten" oder ,,zerklüfteten" Berge von 217 an der Parallel־־ stelle ,,Gewürzberge" genannt werden, also im Wesen kaum ver־־ schieden von dem, was sonst ,,Weinberg" schlechthin genannt wird. Was aber die ,,Stadt" mit ihren Straßen, Plätzen und Wächtern in 32 ff. (vgl. auch 57) betrifft, Dinge, die in Ansehung des sonstigen Schauplatzes der ,,Handlung" so schwderig empfunden wurden, so ist zu sagen, daß das erstlieh die Trance eines Traumes ist, und zweitens glaubt 1 Zu dem Bedecken der Blöße des Weibes s. auch Robertson S m i 111, Kinsbip and Marriage in Early Arabia S. 87, 269. Dazu gehört auch die von Jacob a. O. angegebene Sitte der Beduinen. Koch in Mischna Ketubboth VI, 5 kommt die Möglichkeit vor, daß der Vater die Tochter ,,Nackend“ (ערומה) dem Manne zuführt.