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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 93

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Die "Landschaft" im biblischen Hohenliede
Date
1934-01-01
Page
Seite 93 (sequence 13)
Language
German
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Die Landschaft im biblischen Hohenliede 93 gehurt hatte; dieser Name ist nun allen Weibern derselben Art geblieben. Leicht kommt man von hier aus auch zum Apfel״ haine, denn ein oft zitiertes Sprichwort lautet (Exod. R. c. 31 Ende): מנאפת בתפוחים usw. ,,sie begeht Ehebruch im Apfelbaumhain und teilt (dieselben Äpfel) an Kranke aus“; oder auch so (aramäisch Qohelet R. za 45; Lev. R. 3!): גייפא בחזודין usw. ,,sie begeht Ehebruch im Apfelwalde (?) und teilt aus an Kranke“. Beide Sätze werden übrigens auch auf gefaßt: ,,Sie hurt (um den Preis) von Äpfeln“ usw.1. Doch, die vorhin angenommene Situation ist begreiflicher und kommt verändert wie folgt vor (b. Sanh. 46a): Ferner (nämlich als Pendant zu der dort vorher erzählten Geschichte, die sich in griechischer Zeit zutrug) gab es eine Geschichte mit einem Manne, der seiner (eigenen) Frau beiwohnte unter dem Feigenbäume (התאנה determiniert wie התפוח HL 85); man brachte ihn zum Gerichte und ließ ihn die Prügelstrafe erleiden; nicht daß er das verdient haben sollte, sondern weil die Zeitlage es erfordert hatte. — Die letztere Bemerkung ist besonders interessant: man würde sonst an dem Vorgehen des Mannes nichts Strafbares gefunden haben, aber da die Zeitlage danach war, d. h. wohl, daß die griechische Zeit ohnedies viel Unzucht mit sich gebracht hatte, so ließ man auch das Gedachte nicht straflos geschehen 2. Zu Job 2418 wird bemerkt (j. Jebamoth VI, 5 folio 7c) ״er wende sich nicht zu den Weingärten“ — dort nämlich begatteten sie sich nicht zwecks Kinderzeugung. Wieder anders (b. Sota 11b): die israelitischen Frauen in Ägypten begaben sich zu ihren Männern in den Hürden. Das sind gern יg Zeugnisse, um 1 H e r s c h b e r g a. O. sagt geradezu, daß die Buhlerin in Palästina geradezu ,,Tappuah“ Apfel heiße. H. S. 13 meint, ,,Apfel“ im Midrasch- Satze sei euphemistisch soviel als Phallus, mit dem nämlich das Weib sich selbst schändet, und diese nämlichen als Phallus benützten Äpfel teile sie dann an Kranke aus. Aber sie kann doch immer nur einen Apfel als Phallus brauchen, warum also im Midrasch-Satze ,,Äpfel“ in der Mehrzahl. Zudem kann doch die Selbstschändung nicht gut נאף ,,Ehebruch treiben“ genannt werden! 2 Das Gedachte wird mit dem Worte הטיח ausgedrückt (s. Levy, Nh. Wb. II, 145). Ein eigens hiezu vorhandenes Wort besagt viel! Zum Ehepaar unter dem Feigenbaum verweist ■I. Heinemann auf sein ״Phiions Bildung“ S. 45S.

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