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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 83

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Die "Landschaft" im biblischen Hohenliede
Date
1934-01-01
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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Die Landschaft im biblischen Hohenliede 83 Hindinnen des Feldes", das mit wenigen Abweichungen dreimal wiederkehrt (27; 35; 84). Alles zusammengenommen, kann es sich um eine gebirgige Landschaft handeln, wie es ja der ganze Süden Judas ist und wie es auch durch den Begriff כרם ,,Weinberg" bedingt wird] wenn nun die Hütte der Brüder der Braut etwa an einer solchen Berglehne gelegen war, ist gleich ein Raum für jene scherzhafte Bezeichnung ,,Libanon" und ,,Hermon" usw. In der freien Natur aufgewachsen, wollten wohl die Braut־־ leute selbst ihr Hochzeitsgemach im Freien haben; darauf geht wohl in unnachahmlicher zarter Poesie das Wort (116—17) ,,auch unser Brautbett1 ist üppig grün; das Gebälk unserer Behausung (2(כתינו — mein und dein Haus — sind Zedern, unser Getäfel sind Zypressen"; das ist: auch wir sind Könige in unserer Art; wir bereiten unser Bett im weichen frischen Grün der Baumblätter, über uns wölben sich Zedern, ein Dom der Natur, der noch vertäfelt ist durch die dichten Kronen der Zypressen. Das Bild ist so schön und erhaben, daß es kaum begreiflich ist, wie die Ausleger da fehlgehen konnten3. Hier kann man zurückgreifen auf die vorhin angedeutete Beduinensitte, nach der tatsächlich die Ehe mit dem in die Berge entflohenen Mädchen im Freien vollzogen wird; Jacob faßt tatsächlich die beiden Verse im 1 ערש hat mehrere Bedeutungen; Löw (angeführt bei Ge seniu s16) gibt ihm die Bedeutung: Laubhütte, in der man schläft. Im HL liegt näher die Bedeutung: Brautbett, vergleichbar mit ערסא דגדא der Rabbinen (Talm. Arch. I, 65), das ein Ehebett ist (andere Fälle, wo ערם gebraucht wird, s. ib. im Wortregister); vgl. auch das Fremdwort פוריא (ib.) und s. Komm, zu HL 39 אפריון. 2 Dieses wird mit Unrecht singulär gelesen; gemeint ist vielmehr das Haus beider, sowohl des Jünglings als des Mädchens. Zwei Bauernhäuser auf dem Lande sehen sich ähnlich; das Kind des einen Hauses weiß um die Beschaffenheit des andern. Auch Ehrlich hält den Plural, aber aus anderen Gründen. Vgl. übrigens 714 פתחי־נו. 3 In seltsamer Verkennung des Stiles des HL־es meint hier Siegf r i e d , der Ausdruck bezeichne prächtige Behausung, weil doch König und Königin gespielt werde. Derart auch Ehrlich und Kam i n k a. Bei Budde liest man die richtigen Worte: ,,Unser (gemeinsames) Lager ist grün“ verstände sich leicht vom Lagern im grünen Grase, und er bringt einen entsprechenden Vers von Walter von der Vogelweide bei (mehr darüber bei P. Haupt S. 63 f.) — dennoch bleiben Budde und Haupt bei diesem Gedanken nicht! 6*

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