Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 59

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Zur Chronologie der Könige Judas und Israels
Date
1934-01-01
Page
Seite 59 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829999-2830001-2849876--52432-2849977
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zur Chronologie der Könige Judas und Israels 59 wissenschaftliche Ergründung nicht allein ein gewisses Maß astronomischen Fachwissens voraussetzt, sondern auch ein Vertrautsein mit den nötigen Methoden und Hilfsmitteln der bibelkritischen Forschung, nicht immer die nötige strenge Kritik innegehalten, selbst von seiten solcher Forscher nicht, welche die von ihnen behandelten Probleme sonst mit einer in die kleinsten Details sich erstreckenden Akribie zu behandeln gewohnt sind. Hier ein Beispiel: In dem von Neugebauer herausgegebenen ,,Neudruck der im Selbstverlag von C. Schoch erschienenen Schriften“ (Astron. Abhandlungen, Ergänzungshefte zu den Astronom. Nachrichten Bd. 8, Nr. 2, Kiel 1930) sind auf S. B3 die für die Mondtheorie höchst wichtigen und von Schoch in lobenswerter Weise genau berechneten Sonnenfinsternisse in einer Tabelle zusammengefaßt, und da ist die am 15. August des Jahres 831 v. Chr. stattgehabte Sonnenfinsternis, deren größte Phase für Jerusalem 11”6 betrug, daher für Jerusalem fast total war (12” total), als Amos-Finsternis, also als die in Arnos 89 erwähnte Finsternis hervorgehoben. So viel ist sicher, daß, wenn der betreffende Bibeltext auf eine Sonnenfinsternis Bezug hat, diese jedenfalls eine ganz bedeutende gewesen sein mußte und ihre größte Phase zu einer Tageszeit stattgefunden hatte, die dem Ausdrucke בצהרים entsprach, d. h. eine Tageszeit, zu der die Sonne, wenn auch nicht im Zenith, so doch hoch über dem Horizont sich befunden haben mußte. Diesen Bedingungen entspricht allerdings die Sonnenfinsternis vom 15. August 831 v. Chr., und dies mag auch wohl der Grund gewesen sein, warum Schoch sich für diese Finsternis entschieden hat; dennoch ist es unmöglich, sie mit der in Arnos 89 erwähnten zu identifizieren. Der Prophet kündigt nämlich als direkte Folge dieser Himmelserscheinung ,,die Umwandlung der Festesfreude in Trauer“ an (והפחתי חגיכם לאבל). Nun gibt es aber nur drei Festtage, die in der Bibel mit חג bezeichnet werden, es sind dies: das am 15. Nisan beginnende חג הפסח חג המצות, das sieben Wochen später (am 6. Sivan) stattfindende חג הבכורים חג.השבעות und das am 15. Tischri beginnende :חג חסכית. Es mußte also kurz auf die in Rede stehende Finsternis einer dieser Tage gefolgt sein. Dieser Anforderung entspricht aber durchaus nicht das Datum 15. August 831 v. Chr., denn keines der als חג be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.