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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 51

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Tierschätzung im Bibelwörterbuch
Date
1934-01-01
Page
Seite 51 (sequence 11)
Language
German
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Tierschätzung im Bibelwörterbuch 51 (Sanskrit), pota (Pali), hingegen Kinderder Menschen suta (Sohn) sutä (Tochter). Das Essen wird vom Tiere mit dem Zeitwort khädati (zerreißen, kauen) ausgesagt, oder auch mit Formen aus dem Wortstamm ghas (Grünert S. 9), Unterschiede, die das Biblische nicht macht. Nebst dem Buddhismus wird der Parsismus ob seiner Tier־■ freundschaft gepriesen. Auf die Unterscheidung zwischen Tierischem und Menschlichem im Altpersischen des Avesta fällt reiches, helles Licht durch die Untersuchungen von Herrmann Güntert: Über die ahurischen und daevischen Ausdrücke im Awesta (Sitzungsber. Heidelberg Phil. Hist. Kl. 1914, XIII, Heidelberg, 1914). Der Zoroastrismus spaltet nicht nur das All entzwei in eine Welt des Guten und eine des Bösen, sondern schafft auch ein besonderes Wörterbuch für jede dieser beiden Welten. Derselbe Begriff, dieselbe Tätigkeit wird anders ausgesagt von einem Anhänger Ahura Mazdähs, anders von einem Angra Mainyu’s1. Vor Güntert hatte Leo J. Frachtenberg (Spiegel Memorial Volume, Bombay, 1908, S. 269—289) versucht diese Zweiteilung des Awesta-Wörterbuchs zu erklären: Diese fraglichen Doppelausdrlicke der Awesta-Sprache seien ursprünglich einerseits auf Menschen, andererseits auf Tiere bezogen, also schon von jeher, scharf geschieden gewesen, dann aber habe man die so differentierten Synonyme nach jenem neuen Gesichtspunkt verteilt; sie hätten später eine ,,religiöse Färbung“ erhalten. Güntert bestreitet diese These, er betrachtet die Differenzierung zwischen Ausdrücken von Tier und von Mensch bloß als ,,gute Parallele füi solch paarweise Bedeutungsdifferenzierung“. Güntert scheidet 1 Günterts erste Anmerkung weist auch, auf einige Beispiele aus Homer und Homeriden für Unterschiede in Götter- und Mensehensprache, z. B. Xanthos hei Göttern, heißt hei Menschen Skamandros; r/o>p Blut der Götter, ol\m der Menschen, — Prof. Goldziher: Himmlische und irdische Hamen (E. G. Browne-Festschrift, Cambrigde, 1922, 157—162), weist auch auf die Doppelbenennung Briareus und Aigaiön. Ilias, I, 403, 404 hin und führt zahlreiche Beispiele für mehrfache Benennungen im Islam an. Fügen wir noch diese Zeilen aus Heine hinzu: Die Engel, die nennen es Himmelsfreud’, Die Teufel, die nennen es Höllenleid, Die Menschen, die nennen es — Liebe! (Traumbilder 8)

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