Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur Lexikographie des Jüdisch-Aramäischen
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 22)
- Language
- German
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30 Louis Ginzberg ,,Schneide“ berechtigt sei. Das Verbum ספר ist sicher denominativ und daher in Qal nicht gebraucht und mag ursprünglich ein rundes, etwa einer Tonsur ähnliches Haaischneiden bezeichnet haben und erst allmählich die allgemeine Bedeutung ,,barbieren“ angenommen haben. Falls die GB. von ספר ,,schneiden“ wäre, könnte man auch ספר aus ספר erklären (vgl. den ersten Teil dieser Arbeit, s. v. גודא), aber eine solche Annahme läßt sich nicht beweisen. פקד. Es sind zu unterscheiden 1. פקד syr. זקת ,,anstacheln“ — Löw bei Krauss, s. v. מפקיד — und ,,überrascht werden“, d. h. plötzlich, wie das Tier, mit dem Ochsenstachel זקתא einen Schlag erhalten. So ist EKah R. zu 1, 14 פקודה mit der Handschritt bei Buber 77 zu lesen und nicht שקודה, wie die Ausgaben bieten; denn es bedeutet hier ,,überrascht“ und nicht ,,beschleunigt“; es gehört daher zu פקד und nicht שקד. 2. In BK. 22a lasen die Geonim Saadia und ־Hai1 פקדי, bez. סקדא, ,,Tänze“, ,,Tanz“ für "וקירא der Ausgaben. Das Entstehen der falschen LA. läßt sich noch verfolgen; zuerst wurde das ד in סקידא als ר verlesen und daher סקירא bei R. Hananel, Aruk und Alfassi, waraus dann זקירא entstanden ist; denn זקר ist das gewöhnliche Verbum für das Springen der Ziege, wovon an dieser Talmudstelle die Rede ist. Was die Abkunft von פקד anbetrifft, so halte ich es für eine sekundäre Bildung, entstanden aus dem Schafei zu עקד ,,binden“, daher פקד ,,die Füße aneinander eng anschließen zum Springen“. מקף kommt nur im Ja., besonders in dem Targumim und im Nhebr. vor, und zwar scheint die GB. ,,auf jemanden sich losstürzen“ zu sein, woraus die verschiedenen Bedeutungen dieser Wurzel, wie z. B. das häufige תפקיפא ,,falscher Vorwand“, ,,Beschuldigung“ u. dgl. m., sich leicht erklären lassen. Obwohl der Wechsel von ח mit ק nicht häufig ist —> aber nicht beispiellos, vgl. die Literatur darüber bei Gesen. HWB. 17 zu ח — so ist doch höchst wahrscheinlich סקף nur eine Nebenform von der sehr weit verbreiteten Wurzel סדוף ,,niederwerfen“. Es sei hier nur bemerkt, daß in den tannaitischen Midraschim פקף und זקף — Erweichung des ס vor p! — vorkommt; vgl. Sifre D. 242 und 349 1 Vgl. צ׳ מלים בודדות ed. Wertheimer n. 75 und Kimhi שרשים s. v. שקד, wie auch Par hon, s. v.