Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur Lexikographie des Jüdisch-Aramäischen
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 11)
- Language
- German
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Beiträge zur Lexikographie des Jüdisch-Aramäischen. 19 Der Ausfall des anlautenden ע im Aramäischen ist keine so seltene Erscheinung, man denke an תן hebr. * 1טמא ,עשן hebr. עצם, und die Verwendung des fern. ת als radikalen Bestandteil sekunclärer Wurzeln ist gemeinsemitisch.. מלל in Mid. Tann. 129, und zwar sicher aus einer tannairischen Quelle stammend, gehört nicht zu ״ מללzerreiben", b. hebr. auch sehr häufig im Mischnischen, sondern zu ״ מול מללabschneiden", ,,abpflücken". An dieser Stelle wird es genau im Sinne von nhebr. und ja. מלוג gebraucht, ״die Nutznießung des Mannes am Besitze seiner Frau". Nach Delitzsch ist dieser tech־־ nische Ausdruck das assyrische muligu; das hindert jedoch nicht die Volksethymologie, es zu aram. ״ מלגpflücken" zu stellen (Jer. Jebam. VII, 8a) und daher die Verwendung von מול מלל als Verbum zu diesem Nomen, מלוג ,,Abgepflückte". מיומם BR. 45, 2. 448 ist, wie man aus dem kritischen Apparat bei Theodor ersehen kann, entschieden die bestbezeugte LÄ. und, wenn richtig gedeutet, bietet sie keine Schwierigkeit; diese Midraschstelle lautet: ״Sarah sprach, ich weiß, woher mein Schlag —־ Kinderlosigkeit — kommt; mir geht es nicht wie den anderen kinderlosen Frauen, von denen man nur sagen kann, sie braucht einen ״Becher" — d. h. Medizin2 —, oder sie braucht מיומם; was aber mich anbetrifft, so hat Gott mir Kinder versagt". Die Worte Gen 162 werden im Midrasch so gedeutet, daß Sarah wußte, daß kein ärztliches Mittel ihr helfen werde, weil Gott ihre Kinderlosigkeit beschlossen hat. Löw wird uns wohl gelegentlich belehren, ob das hier erwähnte Heilmittel jxrjov ״Bärwurzel" oder amonum ist; eins von diesen beiden ist מיומם sicher. arab. unabhängig von syr. עלתא ist,, vgl. Schultheß, HW. 44 und meine Bemerkung im Nachtrag zu Efros, Phil. Term, in the Moreh, s. v. עלה; die dort von mir auf gestellte Behauptung ist dahin zu berichtigen, daß schon die Geonim und die alten Karäer •עלל im Sinne von ״Ursache‘'־ gebrauchen, vgl. גנזי שעכטער II, 87 und 455. 1 Auch christl.-pal. und in alt-aramäischen Inschriften. Seltener ist der Ausfall des anlautenden ח, vgl. jedoch חפירה פירא in גנזי שעכטער II. 356 und ,Aruch s. v. 2 Über קבוע, hebr. קובעת, aber assyr. qabutu ״Becher“, handle ich ausführlich im dritten Teile meiner Abhandlung. 2*