Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neuere Ansichten über "Toldoth Jeschu"
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 16)
- Language
- German
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Neuere Ansichten über ״Toldoth Jeschu“ 59) gewechselt wurden (vgl. auch Israel Levi in REJ 91, 135 bis 154), kommt der Begriff ״Ur-Josippon“ mehrfach vor. Eine von mir vor 30 Jahren aufgestellte Vermutung hat sich glänzend bestätigt. Damals schrieb ich: ,,Im hebräischen Josippon . .. . gibt es also auch eine kurze Geschichte Jesu“1. Diese Geschichte liegt im Auszuge vor in der Chronik des Jerachmel, das ich nach Neubauer in meinem Buche (S. 239) wieder abgedruckt habe, liegt vor im Codex Hebr. 1280 der Bibi. Nation, in Paris (Faksimile Tafel II bei Eisler in J QR NS 21 zw. S. 6 und 7), liegt endlich vor im sogenannten ,,Slavoriischen Josephus“, wenigstens nach Zeitlins Annahme, die ich aber nicht nachprüfen kann. Auch meine immer wieder betonte Annahme, daß unser hebr. Josippon auf den lateinischen Hegesippus zurückgehe, wird heute allgemein angenommen. In den Streit zwischen Eisler und Zeitlin kann ich hier nicht eingreifen, nur zu I. Levis Artikel, dem ich sonst in allen Punkten zustimme, möchte ich mir erlauben, einige Bemerkungen zu machen. Levi druckt aus ms. R. (Rothschild) und ms. V. (Vatikan) einen sehr interessanten Text ab, von dem er meint (S. 137), daß er ,,s'est glisse dans un passage du Yosiphon“ (so schreibt L. dieses Wort). Zu einem bestimmten Absatz bemerkt er (S. 143, Anm. 5) . . . ,,est, sans le moindre doute, calque sur le Yosiphon“; wieder zu einem Punkte (zur Stelle in Josippon ed. Mantua, nachgedruckt von Baron David Günzburg, Berditschew 1913־, hier auf p. 362) bemerkt er (S. 149) . . . ,,n'est qu'un resume de la premiere partie de Pinterpolation.“ Ist das alles nötig? Ist es nicht einfacher, zu sagen, daß das alles einst im hebr. Josippon stand? Freilich der Stil, dieser soll nach L. gar miserabel sein, von dem des Josippon so verschieden. Wenn man aber den Stil gelten läßt, so wie er ist, ist alles in Ordnung; ich wenigstens finde diesen Unterschied im Stile gar nicht heraus. Schon der Umstand, daß wir auch in diesem Levi'sehen Texte den rätselhaften Marinus־ haben, und zwar die drei Personen Josua 1;Z e i tl i n leugnet..das mit .Unrecht; der ״Slavon. Josephus“ ist nach ihm nicht aus dem:.Jpsi;ppon, sondern aus einem byz.-griech. Text übersetzt worden.;ä; , .