Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neuere Ansichten über "Toldoth Jeschu"
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 13)
- Language
- German
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- Odesa 1× ep/1000834
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56 Samuel Krauß fach Einschiebsel in den schon früheren Text sein“. Das gibt H. in einem späteren Satz selbst zu: ״Zur Not könnte man ja alles Sachliche und Sprachliche (z. B. romanische Glossen)1 2, das spätere Zeit bezeugt, als nachträgliche Einschübe erklären und sich .. .. . hinter die Annahme eines Ur-Toldoth verschanzen“. Es ist aber gar nicht nötig, sich zu verschanzen, denn die Ur-Toldöth liegen frei vor uns in den mannigfachen aram. Texten. Auch innerhalb der h e b r. Rezensionen gibt es kürzere und längere, sachlich ge־ haltene und ausschweifende (Verführungsgeschichte in den slav. Rezensionen), der Chronologie mehr angemessene und von Anachronismen durchsetzte. Nur Eines hat sich nicht gefunden, eine Anspielung auf die Kreuzzüge, was doch H. so gern hätte und was wirklich naheläge, wenn H. recht hatte. Daß es nicht bei der ersten Fassung blieb, kann doch selbst H. nicht leugnen, da doch in Anlage und Sprache, im Stoff und Ton zumindest die aram. Texte einen Typus für sich bilden. Einige kleinere Bemerkungen Hellers will ich in Folgendem berühren. Er bemerkt, daß ich schon in meinem ersten Text (S. 46) אדמיניא als das Heilige Römische Reich deutscher Nation erklärt habe (S. 264 f.), womit wir doch gewiß in die Zeit nach Karl dem Großen versetzt wären. Gewiß; aber was verschlägt das? Diese Version des T. J. ist eben nach diesem Indicium zu beurteilen. Aber H. ist mit meiner Deutung des Wortes selbst nicht zufrieden, und es sei ,,viel einfacher an Armenien zu denken“. Also von den 12 Aposteln Jesu seien drei in die Berge Ararat (so im Texte dort) und drei nach Armenien gegangen; ist Ararat und Armenien nicht dasselbe? Und wenn nicht: wo bleiben die anderen wichtigeren Länder? Aber es verlohnt sich gar nicht, diesen Punkt weiter zu erörtern; H. hat eben nicht beachtet, daß ich zur Stelle Version B. anführe, wo zu ,,Arminja“ im Texte selbst ausdrücklich erkläi't wird: ,,dasch is Teitschland“; Version L. hat ,,Edom“, und auch das ist mehr das römische Reich als Armenien. Aber über jeden Zweifel erhebt uns ms. Odessa, von dem ich oben gesprochen, das hier 2אלפ1נייא hat. 1 Das ist aber im Grunde genommen unwesentlich, weil sich, die־ romanischen Wörter (nicht ,,Glossen*‘l) von selbst ausscheiden ״, sie bekünden nur, in welchem Lande der betreffende T. J.-Text hergestellt worden. 2 ,,Alemannia“ oder Allemagna ־־־ Deutschland in der j.■LH. braucht