Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neuere Ansichten über "Toldoth Jeschu"
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 11)
- Language
- German
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54 Samuel Krauß Ausdrücke (Leben J. 193) — warum nun sollte ein Wort wie מטענא aus dem Texte getilgt weiden? Es ist wahr, daß ich nichts Rechtes־• damit verbinden kann, aber bezüglich מריגום gesteht auch G, ein,־ daß er das Vorkommen dieses Namens an dieser Stelle nicht deuten! kann, belassen muß man es aber doch. Wenn ich in unserem1 Falle das Wörtchen p streiche (hinzugekommen wegen der anderen Fälle), dann, glaube ich, kommt man der Wahrheit näher; der Name ist also : Jochanan der Verführer. Wir haben im Syrischen genau dieselbe Form: בוטעינא (so mit Jod lies auch jenes) seductor, ף-6ך$ (Brockelm. 282), und jedes Wort ist überflüssig,, zu sagen, wie gut das hier paßt. In überraschender Weise hat es sich uns ergeben, daß unsere aram. T. J.-Texte, inbegriffen die aram. Stellen des T. J. ms Straßb., syrischen Sprachcharakter zeigen. Das ist kein Zufall. . Als für die Zeitbestimmung des T. J. ins Gewicht fallend habe ich (Leben J. 243) bereits vor Jahren hingewiesen auf folgende syr. Schriften: Acta Silvestri (auch bei Land, Anecdota Syriaca III) und Kreuzauffindungslegende in allen ihren Variationen1. Hinweise auf die syr. ,,Schatzhöhle“ und auf das syr. ,,Book of the Bee“ hat der Artikel von P. Lehmann. Jetzt, wo weit mehr aram. T. J.-Texte vorliegen, jetzt auch, wo die Syrizismen dieser Texte erkannt worden sind, gehe ich um einen Schritt weiter, aber um einen bedeutsamen: D ie T. J.-Texte in ihrer aram.. F o r m wollen ein jüdisches Gegens t ü c k sei n zum sogenannten Hebräerevangeliüm. Bekanntlich sind uns bei einer Reihe von Kirchenschriftsteilem des 2.—4. Jahrhunderts Nachrichten über ein ,,Hebräerevangelium‘Verhalten, das allem Anscheine nach von den Juden- Christen bzw. Ebioniten gelesen wurde. Hieronymus erzählt, er habe das Buch von den Judenchristen in Beröa geliehen erhalten und habe es. aus dem.Syrischen ins Lateinische übersetzt. Darin stand unter anderem der Satz, Jesus erzähle eine Vision mit den Worten: ,,Soeben nahm mich meine Mutter, der heilige Geist (das Wort רוח im Semitischen ist weiblich), an einem meiner Haare. -1 Vgl. auch J. S t r a u b i n g e r, Die Kreuzauffindungs-Legende, Päderbörri 1912. — In aller* Punkten richtig mitgeteilt auch in Juchasin ed. Filip. 246a.