Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neuere Ansichten über "Toldoth Jeschu"
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829991-2829993-2849749--51782-2849826- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
50 ־ ' Samuel Krauß natürlich auch einige Lücken der vorangehenden Texte ergänzt Werden. Ich bin der letzte, der das nicht anerkennt. Ebenso lasse ich ohne weiteres gelten, daß in jenem Fragment in REJ von mir die Reihenfolge der beiden Stücke verwechselt würde. Aber einige sprachliche Aufstellungen Ginzbergs gibt es auch da, die ich besprechen muß. REJ 62, Fragment A, Zeile 21 habe ich gelesen: ,,Wenn ihr morgen kommen werdet und werdet meinen Leichnam nicht finden, wo (er ist), wisset, daß ich zum Himmel gestiegen bin/' Das gibt einen guten Sinn. Zu den Worten איו תדעון bemerkte ich an Ort und Stelle, daß infolge eines Risses im Papier die Worte schwer zu lesen sind (איו ist überhaupt etwas schwer) und daß ich früher אירפד gelesen hatte. Etwas wie letzteres liest nun auch G., nämlich אירפי, und das sei בתלה (folglich nach ihm zu übersetzen: und ihr meinen Leichnam nicht ,,gehängt“ findet usw־.). Und woher hat G. ein solches Verb? Einzig aus der Phrase תלוי ברפיון (s. Aruch s. v. רפן), und das geht nicht an; Zudem bemerkt er, daß es grammatisch richtig מרפי heißen sollte. I ch. bemerke aber, daß diese Lesung auch sachlich unrichtig ist, denn schwerlich hätte sich Jesus — auch im Munde , des Feindes — ״Leichnam“ (פגר) genannt, solange er am Kreuze. ist,1 und die Schüler haben den Leichnam gar nicht am Kreuze,, sondern im Grabe gesucht. Ib., Zeile 28 ist eine schwer zu lesende Stelle, die ich auf Grund von Fragm. B, Zeile 30, wo sicher .וקבר. יתיר, בברויא דמיא steht,. בבר ווויא דמיא gelesen habe; lies jenes בברזויא, dieses, ebenso in einem: Worte. Die Erklärung des Wortes gebe ich in REJ ib. 35, hauptsächlich auf Grund von Trg. j. Nun! 258, Levy I, 114 ״durchbohrte Stelle.“ Die Stelle in T/J. erfordert durchaus, etwa ,7״Wasserdurchbruqh“, wie die anderen T. J.-Versionen zeigen. Natürlich verkannte ich : nicht, daß aram. Verb ברז an sich häufig ist (gegen G.), sagt es doch der Komm, zu Jonathan; z. St. und sagt' es doch die Stellensammlung bei Levy; was ■ich sagte, ist, daß ״ ברזויא דמיאWasserdurchbruch“ =. Kanal selten. 1 Vgl. in Text Nr. II Zeile 8: ,,Wenn ihr morgen kommt und werdet mich nicht finden und nicht meinen Leichnam auf dem Kreuze, dann wisset“ •usw. Also reinlich geschieden: mich nicht und meinen Leichnam־ nicht.