Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neuere Ansichten über "Toldoth Jeschu"
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 4)
- Language
- German
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Neuere Ansichten über ,,Toldoth Jeschu“ 47 1דקיימתא das Fest der Auferstehung (׳p ist eben das richtige syr. Wort, s. Matt 2228), statt עצרתא (bekanntlich auch bei den Rabbinen Wochenfest) סולקא ascensio in coelurn Lc 9S1; statt Neujahr אשבחחא דצלייבא Auffindung des Kreuzes1 2; statt des Großen Fasttages (גזורתא (צומא ר־בא Beschneidung (die Form ist exakt richtig syrisch, während im Targumisch-Aramäischen גוזרתא bezw. גוירת מהדלתא überliefert ist, s. L e v y I, 134, freilich sind das bei der Beschaffenheit unserer Texte keine ausschlaggebende Momente); statt Chanukka 3קלכדא Weihnachten; auch ist nichts dabei, ob Vorhaut oder Beschneidung (der ganze Satz: אף לא ערליתא מדי אף לא גזורתא מדי ist sehr glücklich geformt worden; wieder ist ערליתא, vielleicht mit der leichten Aenderung ערלותא zu lesen, exakt syrisch; bei Brockelm. 548 עורלותא, was keinen Unterschied macht, dagegen bei Levy II 245 עורלתא); das Andere ist hebräisch: ,,wer sich beschneiden will, tue es, und wers nicht will, beschneide sich nicht“, wie auch schon bisher zu den einzelnen Begriffen hebr. Erklärungen eingeflochten waren; die noch folgenden ,,Lehren“ sind durchaus .hebräisch. In Bezug auf die vier aram. Geniza-Texte stellt Ginzberg, wie gesagt, die These auf, daß sie nicht in einem lebenden Aramäisch verfaßt seien, sondern in einem Gemisch von paläst. und babyl. Aramäisch, ja der Verfasser schaffe sich künstliche aram. Ausdrücke, indem er aus dem Hebräisch der Rabbinen übersetze. Als Beispiel der letzteren Art dient ihm, wenn ich seine Worte gut aufgefaßt habe, in Text Nr. I b, Z. 12 כעל הרחמים מריה דרחמי, das er aus Lev Rabba 174 belegt. Man wird zugeben, daß in sowas nichts Charakteristisches liegt. Er analysiert überhaupt nur die Sprache von Nr. I und läßt das Gesagte auch für die anderen drei Texte gelten. Ich kann ihm auf diesem Gebiete 1 In Leben J. 48 steht zwar עדה דקיימתא, was znr Not anginge, da איד עיד; nun besaß aber David Kahana-Odessa ein fast identisches, doch viel besseres ms, das er mir seinerzeit einsandte (von mir bereits erwähnt in REJ 62, 30 Anm. 16), ־und da steht richtig מועדה. Hier bemerke ich, daß derselbe Gelehrte auch ein j.-deutsch. תולדות ישו besaß, Amster^ dam 1711, s. dessen אור וחשך S. 24 App., und auch dieses ist ähnlich dem ms Straßburg. a Auf diese Form wird zu achten sein. Demnach לאצלבא in Ginzbergs Text Nr. I Zeile 32 nicht in למצלבא zu ändern, wie G. will. 3 Ein bekanntlich schon in die. Mischna aufgenommenes Wort.