Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Schlußwort
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 25)
- Language
- German
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42 Michael Guttmann Zu f). Die Auffassung* der bereits namhaft gemachten Autoren, daß in Tryphons Worten (Dial.. c. 8 Ende) eine Bezweiflung der Geschichtlich״ keit Jesu ausgedrückt sei, würde freilich in. Wegfall kommen, wenn, sich zwingend nachweisen ließe, daß unser Text einen anderen Sinn habe. Daß Tryphon eine andere Messiaskonzeption hat als Justin, ist ohne weiteres klar. Ebenso klar ist!es aber, daß Tryphon genau weiß, wen Justin unter seinem Christos versteht. Vor auf gehend (ebenfalls o. 8) sagt Tryphon: ״Aber welches ist das Heil1, das dir bleibt, da du. Gott verlassen und auf einen Menschen deine Hoffnung gesetzt hast?'“ Es steht außer jedem Zweifel, daß Tryphon hier an Jesus gedacht hat. Und nun kommen wir zum Schluß: ״Christus aber — vorausgesetzt, daß er geboren ist und irgendwo vorhanden ist — ist unbekannt, und kennt sich sogar selbst nicht, bis nicht Elias kommt, ihn salbt und ihn Allen bekannt gibt.“ (Bisher spricht Tryphon von seinem eigenen Messias oder vom Messias schlechtweg. Nun aber kehrt er sich dem Christentum zu): ״Dir aber habt euch — nach Ent״ gegen,nähme von leerem Gerücht — einen Christus gebildet, und geht nun, das Gegenwärtige mißachtend, zugrunde2.“ Was versteht nun Tryphon unter diesem leeren Gerücht \mzoiv» c'/.oYjV xapctos£*ay1svot, in der lateinischen Übersetzung von Joannes Langus: ״auditionem inanem postquam excepistis“)? Wenn man den Sinn aus dem unmittelbar Vorhergehenden ergänzen soll, so würde das ״leere Gerücht“ auf beides zu beziehen sein, sowohl auf die Existenz, als auch auf die Messianität Jesu. Die Ausschließung ■eines dieser Momente empfiehlt der Kontext nicht. Die unmittelbare Fortsetzung ebensowenig. Justin will hier beweisen (c. 9), daß das Christentum nicht ,*•eitlen Mythen (5csvot<; Itüfrou;) und nicht unbegründeten Worten (o'vaxooscV.xotc; lojoiz) Glauben geschenkt hat, sondern solchen, die voll sind göttlichen! Geistes“. Die ״eitlen Mythen“ und ״unbegründeten, Worte“ passen auf beides, auf Leben und Messianität Jesu. Wenn man alles abzieht, was in diesen zwei Be״ griffen enthalten ist, bleibt so gut wie nichts übrig. Zu g). Gewiß, auch die Tragik des Judentums findet in Klausners Buch ihren Ausdruck. Die Frage ist aber hier eine ganz andere: Welche Interpretation, ergibt sich aus der Leben״Jesu״Darstellung Klausners für die Tragik des Judentums? Nach dem Vorangegangenen; kann die Antwort nicht zweifelhaft sein. Wenn man sich durch die verschiedenen stilistischen Wendungen von ״obzwar“, ״zweifellos“, ״trotzdem“ und ״dennoch“ durchringt, die dazu angetan sind, dem Buch etwas Doppel״ gängerisches zu verleihen, so gelangt man zu einem Ergebnis, das uns von den antinomistisch״dogmatischen Schulen her zur Genüge bekannt ist. Das Oberbewußtsein Klausners ist entschieden, von der apologetischen Grund״ 1 Dies und weitere Worte von mir gesperrt. 2 Dieser Teil wird von Harnack an dem von Klausner angegebenen Orte nicht berührt.