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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 1 · p. Seite 40

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 1
Article
Schlußwort
Date
1933-01-01
Page
Seite 40 (sequence 23)
Language
German
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IRI
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40 Michael Guttmann -לעולם תהא שמאל דוחה וימין מקרבת׳" die ursprüngliche Form darstellen soll, eine י wirkliche tendenzentsprungene Willkür ist, der kein Fachkenner zu״ stimmen kann. Und wenn man sonst tendenzentsprungene Verstümmelungen von wohlgeordneten und innerlich unantastbaren alten Texten mit Fälschung zu bezeichnen pflegt, so wird sich auch hier kaum ein besseres Wort empfehlen lassen. Die Zersetzung dieser Stelle ist auch noch aus einem anderen Grunde nicht zu empfehlen. Es ist eine der wenigen Stellen, die etwas Ur״ wüchsiges an sich haben. Jesus gilt hier noch als jene inner jüdische Ge״ stalt, die wohl eine dem Judentum unliebsame Bahn betreten hat, für die man aber nicht ihn allein, sondern auch das Verhalten seines Lehrers in die Verantwortung zieht. Diese Tatsache spricht für ein hohes Alter dieses Spruches. Daß er mit der Evangelienkonzeption nichts gemein hat, tut nichts zur Sache. Wie Historiker mit diesem Spruch fertig werden sollen, ob man in ihm eine ernstliche Grundlage für eine vor evangelische Jesus״ gestalt zu erblicken habe, oder ob man ihn als etwas rein Folkloristisches abtun dürfe, ist ein Problem für sieb. Nur noch ein Wort über die Willkür, mit der Klausner auch sonst talmudischen Stoff behandelt, Die Stelle מצוות בטלות לעתיד לבוא Nidda 61b übersetzt Klausner ״Die Gebote werden in der kommenden Zeit ab״ geschafft“ (S. 376). Erklärend fügt er dann noch hinzu, ״daß dieser Aus״, spruch, wie aus d e.m Z u s a m m e n h a ת g d er Gemara hervor״ geht1, sich nicht nur auf das Jenseits bezieht“. Die Frage: ״Worauf denn noch?“ möchte ich hier nicht weiter verfolgen. Mir genügt es fest״ zustellen, daß die Gemara a. a. O. den angeführten Ausspruch tatsächlich nur im Zusammenhang mit Toten gebraucht. Daß die Gebote in der kommenden Welt aufhören, wird geradezu aus dem Lehrsatz gefolgert, daß man einen Leichnam auch in כלאים hüllen darf. Und im Verlauf der Dis״ kussion wird dies noch mit einer Exegese R. Jochanans ergänzt מאי דכתיב במתים חפשי כיון שמת אדם נעשה חפשי מן המצות. Dä Klausner hier keinen Text zitiert, so wird man wohl an dieser Stelle von Textfälschung kaum sprechen können, aber doch von einer irreführenden Verfälschung des Sinnes. Der Talmud spricht hier ausschließlich von, Verstorbenen; wer da Anderes hineinlegt, hat den Sinn der Talmudsteile offensichtlich verfälscht. Zu e). D!as zu b) Bemerkte mag z. T. auch für diesen Punkt gelten. Es kommt noch hinzu, daß es sich hier um einen Deinard ganz unähn״ liehen Schriftsteller handelt, •dem eine ausgebreitete Fachliteratur zu Diensten steht. Zwei falsche Konjekturen legt ihm Klausner zur Last, beide in liebraicis. Ick frage mich nun, ob die im Wirtschaftsleben übliche Theorie der summarischen Abrechnung ohne weiteres auf wissenschaftliche Werke übertragbar ist. Eine Bilanz kann, beispielsweise schon durch zwei bis drei empfindliche Fehler in ihrer Ganzheit als entwertet erscheinen. Ist es nun berechtigt, bei wissenschaftlichen Untersuchungen in ähnlich gelagerten 1Von mir gesperrt.

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