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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 1 · p. Seite 34

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 1
Article
Schlußwort
Date
1933-01-01
Page
Seite 34 (sequence 17)
Language
German
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34 ־ Michael 'Gutt mann heilige Begräbnispflicht erfüllen zu wollen, der erst recht nicht (Luk 959~60)“ usw. Jesus befolgt, wie wir wissen, seine Lehre, indem er ruft: ״Wer ist meine Mutter? — Weib, was habe ich mit dir zu schaffen?" usw. (154 ff.). 3. Zwischen beide tritt vermittelnd ein dritter Typus, der trotz mancher Abwandlungen sich dahin zusammenfassen läßt, daß eine ideale Ethik Jesu auch für kritische Stellungnahme aufrecht zu erhalten sei. Nur darf man nicht, wie es Ed. v. Hart״ mann getan hat, Jesus in den Mittelpunkt der Kritik stellen, sondern die Tradition. Nicht alles, was im Namen Jesu und im Hinblick auf seine Persönlichkeit mitgeteilt wurde, ist verbürgte Tradition. Was dem ethischen Idealbild nicht ent״ spricht, mag späterer Einschub sein. Dieser Interpretationstypus ist vielleicht von der konfessionellen Einstellung nicht ganz un״ abhängig, doch die Tatsache, daß die Geschichte der ersten Jahrhunderte von wilden Religionsstreitigkeiten durchzogen ist, leistet ihm besonderen Vorschub. Nicht selten drängt sich dem Kritiker gleichsam von selbst das eine oder andere Textstück auf als Stimmungswort einer heißbewegten Zeit. Zu welchem dieser drei Typen gehört Klausners Ethik Jesu? Das Nächstliegende wäre, sie dem dritten Typus einzuordnen, der eine widerspruchsfreie Ethik Jesu durch kritische Quellen״ sonderung zu gewinnen sucht. Doch kommt für Klausner diese Lösungsform nicht in Frage, weil er an anderer Stelle die Widersprüche in Leben und Lehre Jesu als ursprüngliche Ge״ gebenheiten gelten läßt, und ihnen die gleiche Einheit zu״ erkennt, die ihnen die Endredaktion der Evangelienschriften eingeräumt hat. Man vergleiche bloß, wie Klausner den Judas zum Verräter werden läßt: ״Dieser Judas . . . war anfangs Jesus so treu ergeben wie nur die besten seiner Jünger >. . . Aber allmählich legte sich seine Begeisterung, und :er begann die Taten und Worte seines Meisters mit kritischem Blick zu betrachten. So wurde er gewahr, daß Jesus die Kranken nicht immer erfolgreich heilte ... Auch fielen! ihm beträchtliche Widersprüche in seiner Lehre auf: einmal verlangte er, man müsse die Thora bis ins kleinste Detail beobachten, Opfer darbringen und vor dem Hohenpriester er״ scheinen, und legte Schriftverse aus wie ein echter Pharisäer; ein anderes Mal hingegen erlaubte er verbotene Speisen, kümmerte sich so wenig um die Sabbatheiligung wie um das Gebot des Händewaschens und machte Andeutungen, daß neuer Wein in neue Schläuche gefüllt werden müsse. Manchmal trug er der öffentlichen Meinung Rechnung, zahlte den halben Schekel für den Tempel und gab eine zweideutig ausweichende Antwort auf

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