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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 1 · p. Seite 31

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 1
Article
Schlußwort
Date
1933-01-01
Page
Seite 31 (sequence 14)
Language
German
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Klausners Jesus-Werk 31. Die Ethik Jesu. Am leichtesten hat es sich Klausner mit der Ethik Jesu ge״ macht: Jesus ist für das jüdische Volk ein Lehrer hoher Sittlichkeit — sagt Klausner im Schlußkapitel — ״Er ist geradezu d e r Lehrer der Sittlichkeit". Im Hebräischen noch emphatischer ,,״ ."הואי בעל המוסר בד.״ א הידיעהDiese Worte haben in den verschiedensten Kreisen Proteste und Erbitterung erregt", stellt Klausner in der letzten Anmerkung der deutschen Übersetzung fest. Diese ״verschiedensten Kreise" werden unter der Linie mit einigen Zeilen abgefertigt. Die Ethik Jesu gehört zweifellos zu den schwersten neu״ testäruentlichen Problemen; Nicht etwa als ob man in Ver״ legenheit wäre, aus den ״Worten Jesu" Lehren und Sprüche auszusuchen, aus denen sich eine erhabene Ethik aufbauen ließe. Der moderne Ethiker ist aber nicht in der Lage, all e Steine in sein System einarbeiten zu können. Nächstenliebe, Friedensliebe, freiwilliger Verzicht auf Eigenes zugunsten anderer, Rechtsverzicht und humanitäre Rücksichten . auch Feinden gegenüber werden zu den ewigen Werten humanitärer Ethik gehören, und in den ״Worten Jesu" sind diese Lehren zu finden. Wie aber ist der Teil der Sprüche und Lehren Jesu zu erklären, der in den Rahmen einer rein humanitären Ethik nicht gut eingeordnet werden kann? — Jesus lehrt: ״Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert" usw. (Matth 1034-35 u; Par.). — Einer bittenden Kanaa״ näerfrau antwortet er: ״Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde" usw. (Ebd. 1520; Mc 727). — ״Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir" (Lc 1927). ״ ■דUnd wer auf diesen Stein fällt, der wird zer״ schellen; auf wen aber er fällt; den wird er zermalmen (Mt 2144). — Die Beispiele ließen sich noch vermehren. Die bis heute erfolgten Antworten lassen sich auf drei Grundtypen zurückführen: 1. Die Antwort der konservativen Richtung, man könnte sie füglich auch die Antwort der Kirche nennen, geht dahin, daß man im .Wesen Jesu zwei Seiten und damit auch zwei ver״

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