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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 1 · p. Seite 27

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 1
Article
Schlußwort
Date
1933-01-01
Page
Seite 27 (sequence 10)
Language
German
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Klausners Jesus-Werk 27 späteren Antinomismus, oder genauer, die Quelle der Gegnerschaft zum pentateuchischen Gebotssystem. Der Kampf galt seinerzeit nicht nur dem Judentum, sondern auch dem eigenen Lager. Und trotz aller Bestrebungen der alten Kirche, mit dem überwundenen Judenchristentum und seiner Geistesrichtung;;gründlich aufzuräumen, ist feststellbar, daß der Sieg keineswegs -der ethischen Minderwertigkeit der Verfechter des Gesetzes- Prinzips zu verdanken war. Ausschlaggebend war die er-; drückende Mehrzahl der mystisch orientierten Heiden, die nicht anders als auf paulinischer Grundlage zu gewinnen waren. Gesetz oder besser Gebot und M y.s terium waren und bleiben wesensverschiedene Fundamentalerscheinungen im Glaubensleben der Menschheit. Jede für sich funktioniert als Trägerin eines Religions ganzen, als Quelle, aus deren Tiefe das Religionsleben in ihrer Ganzheit hervorquillt, und in deren Tiefe alles sein Spiegelbild findet, was im Leben des Menschen religiösen Charakter trägt, einerlei ob es sich um ethische oder kultische Bestimmung handelt. Es ist daher von vornherein verfehlt, vom zweiten Jesustyp aus einen objektiven Standpunkt zu :suchen für eine abwertende Beurteilung des mosaischen Gesetzes. Zwei inkommensurable Größen stehen hier einander gegenüber. Für Klausners ״Gesetzes"״Kritik käme also nur noch der d r i 11 e Jesustyp in Erwägung, den das 1 i b e r a le ■ Denken neuerer Zeit durch Abstraktionen gewonnen hat. Nur diesem Jesus kann ein vollständiges Verblassen allen Interesses für .״Gesetz" und Mysterium zugeeignet werden mit sublimierter Zurückbehaltung einer nur auf Ethik abgestellten Religion. Ist das der Jesus Klausners? — Es ist die einzige Annahme, die übrig bleibt. Die grundsätzliche Mißbilligung der Höhengleichheit von rituellen und ethischen Bestimmungen richtet sich daher nicht gegen spätere speziell pharisäische Institutionen, sondern gegen das ״Gesetzes"~System als solches und gilt in aller Sphärfe schon dem mosaischen ״Gesetzbuch", der Thora. ״Hillel kennt;־ebensowenig wie der Pentateueh und wie alle S c h r i f t g e 1 e h r t e n u s w. einen Un terschied zwischen Religion und Ethik1 . . . Alles ist für sie Religion 1 Von mir gesperrt.

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