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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 1 · p. Seite 24

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 1
Article
Schlußwort
Date
1933-01-01
Page
Seite 24 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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24 Michael Guttmann 77In Wahrheit galten z. B. dem orthodoxen Pharisäer, wie auch dem orthodoxen Juden unserer Zeit1, etwa die Über״ tretung des Sabbats und die Bedrückung* des Tagelöhners in gleicherweise als todeswürdige Verbrechen .. (290 u. f.). ״Hillel kennt ebensowenig wie der Pentateuch und wie alle Schrift״ gelehrten, Pharisäer und Rabbinen seit Esra bis auf den heutigen Tag einen Unterschied zwischen Religion■ und Ethik usw. Alles ist für sie Re״ ligion, sei es das Gebot: ,,Liebe deinen Genossen dir gleich“, oder die Frage des Auf Stemmens der Hand auf das Opfertier, oder die Sorge für das Wohlergehen der Armen, oder Vorschriften über Menstruation und Teighebe, über Tauchbad und Aussatz“ (303). ״So, wie schon in der Thora Vorschriften stehen über Opfer und verbotene Speisen einerseits, und andererseits über die Liebe zum Fremdling, über den Grundsatz: ״Heimzahle nicht und grolle nicht!“, über die Rückgabe eines Pfandes, über die Hilfe für den Esel eines Feindes, so finden wir auch bei den Schriftgelehrten und Pharisäern Traditionen über Ethik und Gerechtigkeit neben solchen über ״Aussatz“ und ״Zelte“ (304). — Man vergleiche noch diese und die nächsten Seiten, wo Klausner diesen Gedanken׳ noch einigemal variiert. Nach welcher Jesuskonzeption hat nun Klausner seine Ge״ setzeskritik aufgebaut? Hat hier etwa der Jesus des u r ״ apostolischen Judenchristentums Modell gestan״ den? Das ist ausgeschlossen. In der Tradition des Juden״ Christentums hat Jesus nicht nur als gesetzestreuer Jude fortgelebt, sondern als Lehrer, der dem mosaischen Gesetz geradezu das Wort gesprochen hat: ״Ihr sollt nicht wähnen, daß ich ge״ kommen bin, das Gesetz öder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe, noch ein Tüttel vom Gesetz, bis daß es alles geschehe. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird Groß heißen im Himmelreich" (Matth 5w1״«. Vgl. Lc 1617). Einem von ihm geheilten Aussätzigen ruft er die Worte zu: ״Siehe zu, sage es niemand; sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Mose״ befohlen hat, zu einem Zeugnis über sie" (Matth 84 u. Par.). Hier ist die Weisung, zu opfern, durch auferlegtes Verschweigen Jesu nur um so betonter. Ganz merkwürdig ist ein Wort Jesu in der 1Von mir gesperrt.

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