Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Schlußwort
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 4)
- Language
- German
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- IRI
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Klausners Jesus-Werk 21 Diese zwei geschichtswirklichen Typen gehen so weit ausein״ ander, daß man sich von vornherein versagen muß, sie auf einen gemeinschaftlichen Nenner bringen zu wollen. Gleichwohl fehlt es nicht an Versuchen, an der Hand des neutestamentlichen Traditionsstoffes durch kritische Quellenscheidungen und reli״ gionsgeschichtliche wie ״psychologische Erwägungen bis zum ersten, ursprünglichen und einheitlichen Jesusbild vorzudringen. Am entsprechendsten erscheint uns hier das Jesusbild der liberalen Theologie, Diese neigt dazu, c) einen bestimmten Teil der Jesusworte, insbesondere solche, die zum Entwurf eines ethischen Idealbildes nicht gut stimmen, als unecht auszuschalten. Sie beansprucht ferner auch hinsichtlich des als authentisch belassenen Restes eine Schei״ düng zwischen Wesentlichem und Nebensächlichem. Auf diesem Wege lassen sich sämtliche in den Evangelien angeführten rein ethischen Aussprüche und Gleichnisreden Jesu in ein einziges Strahlenbündel zusammenfassen, dessen Brennpunkt in Jesu selbst zu liegen kommt. Auch die Uebertreibungen ordnen sich dann zwanglos in die Gesamtdarstellungen ein. Ob sie auf Rechnung der Weitend Vorstellung zu setzen sind oder als Sonderethik für die nächsten Jesusjünger gemeint waren, ist hier einerlei. Der so von den realen Religäonsströmungen los״ gelöste ״Jesus an sich" stellt eine ethische Idealgestalt dar. Sein Verhältnis zum Alten Testament wird nicht bestritten: er führt es zu oft im Munde und hängt zweifellos nicht nur an seiner Ethik, sondern auch an seinem Kult, zuweilen spricht er ihm geradezu das Wort. Das läßt aber noch nicht darauf schließen, daß Jesus dem Kult an sich eine Eigenbedeutung zu״ erkannt hätte. Es mögen dabei zeitgeforderte Rücksichten mit״ gespielt haben. Der dritte Typ steht dem modernen Empfinden am nächsten. Doch fließt er nicht, wie die ersten zwei, aus dem Geschichts״ leben selbst, sondern ist moderne Konstruktion. Es ist überdies noch sehr zu bezweifeln, ob es angeht, Jesu eine Gering״ Schätzung des Kultlebens zuzuschreiben. Denn zu jeder lebens״ wirklichen Religion gehört der Kult, und zwar als wesentlicher Bestandteil. Dieser Satz gilt zumindest für die Zeit und Umwelt Jesu. In der Sehweite antiken Geschichtslebens wird sich keine