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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 1 · p. Seite 81

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 1
Article
Frummet Meisel
Date
1932-01-01
Page
Seite 81 (sequence 9)
Language
German
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Frummet Meise! 81 mögensversclileierung und Steuerentzieliung, derer sich beide, Meiseis und Löwe, schuldig gemacht hätten, was ich aber ganz ausgeschlossen halte.. Sondern der gutmütige, herzensgute, wohltätige Meisel wollte wie im Leben, veranlassen, daß auch nach seinem Tode ein Teil seines Vermögens an Arme und Notleidende verteilt werde. Warum also etwas Gesetzwidriges konstruieren, wenn man aus der ganzen Anlage Meiseis seine unversiegbare Güte bis zum Lebensende sich offenbaren sieht?1 Doch Lieben hat noch einen Pfeil in seinem Köcher, dem er eine besondere Kraft beimißt: saxa loquuntar! Abgesehen nun davon, daß auch von der Grabinschrift das gilt, was ich von der bei Gans gegebenen Charasteristik Frummets gesagt habe, weiß man ja, was nicht alles auch auf Steininschriften übertrieben worden ist! Lieben braucht doch nur die gerade in Prag nicht seltenen langatmigen, phrasengeschwollenen Inschriften anzuschauen, von welchen ja einige auch im Gal 'Ed abgedruckt sind, um die Übertreibungen, die zuweilen noch die Titulaturen in den Haskamahs überbieten, bestätigt zu finden. Er übersetze nur einmal wort- und sinngetreu diese Texte und lege sie einem ernsten, denkenden und den guten Geschmack sich noch bewahrenden Leserkreise vor, und er soll dann nicht erstaunt sein über die Wirkung, die diese Phrasen dortselbst auslösen2. Dagegen 1 Wobei ich ausdrücklich bemerke, daß ich an Foges durchaus nicht so sehr die ganz verfehlte subjektive Einstellung in der ganzen Angelegenheit kritisiere. Denn Eduard .Meyer hat einmal aus Anlaß der Feststellung der Subjektivität aller historischen Forschung und Darstellung, sowohl im Urteil, in der Herausarbeitung der als entscheidend betrachteten Momente, wie in der Auswahl und Begrenzung des Materials das Wort geprägt: ,,Zu allen Zeiten ist es nur unsere Erkenntnis der Geschichte, zu der wir gelangen können, niemals eine absolute und unbedingt gültige.“ Vgl. Wilcken und Jaeger, Eduard Meyer zum Gedächtnis, Stuttgart und Berlin (Cotta), 1931, 22. Woran ich bei Foges Kritik übe, ist die ganz unwahrscheinliche, und gesetzlich unzulässige Handlungsweise, die er Meisel und auch höwe zuschreibt. 2 Daß Lieben auch die von ihm veröffentlichte Grabinschrift nicht genau übersetzt, ersieht man daraus, daß z. B. אשת לפידות er mit das biedere Weib wiedergibt. Z. 8 v. u. fehlt die Übersetzung von השאבבות; Z. 6 v. u. בליהקפדות; ebendort die Phrase היה לה עשר ידות. Auf dem Wege der Übersetzung verlor Lieben auch den von der reichen Frummet gespendeten Kelch Monatsschrift, 6ך. Jahrgang 6

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