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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 1 · p. Seite 82

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 1
Article
Frummet Meisel
Date
1932-01-01
Page
Seite 82 (sequence 10)
Language
German
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82 D. Herzog: Frummet Meise! schaue man sich einmal die Inschrift auf dem Grabsteine eines David Gans an, der doch auch eine Zierde der Judenheit war! Schlicht und einfach heißt es dortselbst* 1: יום ה׳ ח/אלול שעע לפ״ק פ״נ החכם מהר״ד דוד גאנז בעל צמח דוד בן' מח״רד שלמה גאנז תכצבדה ־ Das besagt mehr als noch so langatmige Inschriften2. Aber gesetzt den Fall, daß alles in der Inschrift über Frummet Gesagte vollständig der Wahrheit entspräche, daß auch Frummet ähnlich wie ihr Gatte, überaus wohltätig, fromm und gottesfürchtig gewesen, die morgens und abends das Gotteshaus aufgesucht hat (eine Tugend übrigens, deren Übung im Mittelalter gang und gäbe war und auch auf anderen Grabsteinen den Verstorbenen nachgerühmt wird), so kann darum doch das Eheleben der beiden Ehegatten, wie ich dies schon oben därgelegt habe3, ein stark getrübtes gewesen sein. Und darin bestärkt mich der Umstand, daß der gute, milde, sanftmütige, fast 73 Jahre alte Meisel in seiner Todesstunde so harte Worte seiner Frau gegenüber gebrauchen konnte, wie sie der Anonymus, an dessen Wahrhaftigkeit bislang außer Lieben keiner gezweifelt hat, uns mitteilt. Auch bietet mir die Gütertrennung, die ja aus dem aus dem Jahre 1593 stammenden Majestätsbriefe ersichtlich ist, durchaus keine zwingende Gewähr dafür, daß die Ehe eine glückliche gewesen sei4. im Gewichte von 100 Kronen. Also mit der Floskel, daß man frei übersetze, kommt man über diese Tatsachen nicht hinweg. 1 Gal 1Ed, S. 4 hebr. Abt., Nr. 9. 2 Am Grabsteine Beethovens steht bloß das Wort , Beethoven“ eingezeichnet. 3 S. 74. 4 Wenn Lieben a. a. O., aus dem im Jahre 1593 erflossenen Schutzbriefe zu folgern sucht, daß die Ehe in diesem Jahre noch keine getrübte sein konnte, so verweise ich ihn . auf meine Arbeit und auf meine obigen Darlegungen, wonach unter allen Umständen nach außenhin alles vermieden werden sollte, was irgendwie auf eine Trübung des Ehelebens schließen lassen könnte. Das also ist durchaus kein Beweis dafür, daß die Ehe nicht auch schon damals getrübt war.

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