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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 1 · p. Seite 3

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 1
Article
Zum hundertsten Todestage Wolf Heidenheims
Date
1932-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Zum 100. Todestage Wolf Heidenheims 5 1791 führte Heidenheim in die Gelehrtenrepublik mit der ,,schätzbaren Ausgabe“1 von Ibn Esras grammatischem מאזנים sich ein, das er mit einem kritischen Kommentar versah. 1798 erschien das große Pentateuchwerk in Offenbach, das ein Torso geblieben ist, weil die Anlage sich als viel zu kostspielig und großartig erwies. Der wissenschaftliche Apparat umfaßt alles, was damals nur irgend erreichbar war. Feine sprachliche Bernerkungen, Originalität und Unabhängigkeit sowie eine respektvolle Würdigung der altjüdischen Meister zeichnet das voluminöse Buch aus. Immer wieder wurde der Wunsch nach Fortsetzung und Vollendung des Werkes in pädagogisch und wissenschaftlich interessierten Kreisen laut2. Es ist heute ebenso gesucht wie die anderen Heidenheimschen Schriften. 1798 erhielt Heidenheim im Bunde mit dem kaufmännisch und technisch geschulten Baruch Baschwitz vom Grafen v. Solms- Rödelheim ein Privileg für die Anlegung einer großen Druckerei in Rödelheim und begann 1799 seine dortige Tätigkeit. Der bekannte Wohltäter der deutschen Juden Wolf Breidenbach3 stand ihm finanziell, aber auch literarisch bei. Die hebräische Typographie erlebte eine neue Blüte. Korrektheit der Texte, wissenschaftliche Exaktheit, Handlichkeit der Ausgaben waren ungegen die Chassidim des Ädlerschen Kreises ihre Fortsetzung in den heftigen Angriffen gegen die ,,schwarzröckigen“ Kleinpolen — dort war gleichfalls ein Hauptsitz des Chassidismus — gefunden hat, ist nicht klar ersichtlich. In seinen sonstigen Schriften erwähnt er das מ״ת mit keiner Silbe.* * Zwar weilte auch Salomo Dubno in den achtziger Jahren des achtzehnten Jahrhunderts in Frankfurt und “stand hebräischer Dichtung nicht fremd gegenüber, anscheinend ist aber an ihn als Verfasser des מ״ת nicht zu denken, da er damals bereits über fünfzig Jahre alt war, und so heftige Diskussionen ihm nicht lagen.** * Vgl. כאור נוגה, Breslau 1816, S. 1 f., 4, 11, רשפי קשת, Hannover 1831, S. 1, 6f., 11, 21, 26!., 29, 31—39, 41, 45 ff., 52, 55 ff., 89 ff., מגלת איבה, Breslau 1837, S. III, V f., 44 f. Siehe jedoch Geiger in Hehr. Bibliogr. V 78. ** Jew. Enc. V 7, Kayserling, Mos. Mendelssohn2, S. 302 ff., Machsor Heidenheim Schabuoth Vorw. 1 A. Geigers Wissensch. Zeitschr. f. jüd. Theol. IV 447. 2 Jost, Isr. Annalen 1840 S. 142, 331. 3 Über ihn s. jetzt Guggenheim in ״Alt-Offenbaeh“, Blätter des Offenb. GeschichtsVereins, Offenb. 1930/31, VI 69 ff., VII 60.

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