Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 1 · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 1
Article
Zum hundertsten Todestage Wolf Heidenheims
Date
1932-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829983-2829985-2849604--50918-2849636
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2 Louis Lewin bis 1785) seine Lehrer waren, wird ausdrücklich bezeugt1. Mit ersterem wesensverwandt war der Jünger in der Gewandtheit ,,fernliegende Analogien und Belege aufzufinden und erst nach genauer Prüfung und sorgsamer Erwägung der verschiedenen Argumente und Gesichtspunkte ein abschließendes Urteil zu fällen", in der Überzeugung, daß man mehr mit religionsphilosophischen Fragen sich zu beschäftigen habe, sowie in der Neigung zu friedlicher Auseinandersetzung, zur Vorsicht im Urteil, zur Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit. Mit R. Hirsch Janow, ,,der scharfsinnige" genannt, teilte er die Eigenschaft eindringlicher Forschung, der Auswertung nichtjüdischer Wissensgebiete und einer gewissen Milde gegenüber den Vertretern der im damaligen Judentum neu auftretenden Ideen. Auch als er 1782 nach Frankfurt am Main übersiedelte, war er um seine weitere Ausbildurig bemüht und saß zu den Füßen R. Natan Adlers und anderer. Hier benutzte und kopierte er eifrig die großen Bücher- und Handschriftenschätze. Seinen Unterhalt zog er aus der Tätigkeit als Kommissionär im Büchervertriebe2. Heidenheim heiratete die Tochter eines sonst nicht bekannten Götz Anschel aus Wetzlar und ließ sich 1788 in Offenbach nieder, wo er etwa zehn Jahre wohnte3. 1.Jahrbuch der jüd.-lit. Gesellsch. VI 192 Anm. 3, 199—203. Vergl. MGWJ 1909 S. 361, דברי אגרת, Rödelh. 1812, S. 6a f., 7b, wo scharfsinnige taimudische Erörterungen. 2 Meaßef תק״מו S. 211, תקמ״ח S. 240. 3 Das anonyme heftig gegen die Anhänger R. Natan Adlers sich richtende 1790 ,מעשה תעתועים angeblich in שיסטכיד, Gzenstochau, erschienen, ist jetzt mit vollster Sicherheit Heidenheim abzusprechen. Ein Arasterdamer Druck aus der Proopsschen Offizin, sind seine Typen in den שלחן ערוך מטור השן המשפט, Amsterdam Proops 1764,יו״ד daselbst 177 7, und עזרת הסופר daselbst 1796, wiederzufinden. Falls kein homo novus in betracht kommt, könnte man infolge der charakteristischen Merkmale des Büchleins etwa anMose Körner denken, der zeitweise in Frankfurt und Amsterdam lebte, in Polemiken sich, zu ergehen gewohnt war, in Reimprosa schrieb, Gedichte einzustreuen pflegte und im Drasch heimisch war. Er war zur Zeit des Erscheinens des מ״ת etwa 28 Jahre alt, ein Alter, in welchem wohl eher an einen Angriff von der Schärfe jenes Pamphlets zu denken ist. Seine Persönlichkeit und sein Stil spiegeln in dem Werkehen sich wieder. Es sei hier nur beispielsweise auf die eigentümlichen Reimpaare im מ«ת S. 27 und in seinem רשפי קשת S. VII f., 87, 93 hingewiesen. Ob seine Polemik

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.