Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur jüdischen Kunstforschung [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 5)
- Language
- German
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73 Die äußere Ausstattung der Publikation; das händliche Format, die Reproduktionstechnik sind gut. M. Narkiss, Gatalogue of the Exhibition of Hanukah Lamps, in the Bezalel National Museum, Jerusalem, Oetobei•—November 1930. Der Katalog ist hebräisch verfaßt mit englischem Titelblatt und 4 Bildern. Die Ausstellung ist Prof, B. Schatz zum Halbjubiläum der Bezalel-Gesellschaft gewidmet. Sie enthält 215 Nummern. Die Exponate liefern eine Uebersicht über die Entwicklung der Ghanukkalampe von der eindochtigen Oellampe des Altertums an über die vieldochtige Oellampe der spätrömischen und byzantinischen Zeit, ferner die mittelalterliche Ghanukkalampe mit dreieckiger Rückwand und den neun Oelpfannen; wie sie außer der, uns bekannten Lampe der Sammlung Figdor (Abb. 1 in Enc. Jud. 5, Chanukkaleuchter) auch eine' unter Nr. 10 in Jerusalem ausgestellte, im Katalog auf dem Titelblatt abgebildete Ghanukkalampe zeigt, bis zum Typ der neueren Zeit. Mt erfreulicher Ausführlichkeit ist die jüdische Kunst auch in den beiden neuen jüdischen Sachwörterbüchern behandelt. Eneyclopaedia judaiea, Band 6, Verlag Eschkol, Berlin. Der 6. Band bringt einen monographisch angelegten Aufsatz ,,Druckwesen“ von I. Sonne, der mit Druckproben, Titelblättern und Drucker Zeichen aus Frühdrucken illustriert ist. Als ,,erste amsterdamer illustrierte Haggadah“ figuriert bei Sonne eine von Kosman Emmerich 1692 (?) gedruckte Haggadah. Es wäre interessant zu wissen, in welchem Verhältnis ihre Illustration zu der der amsterdamer Haggadah von 1695 steht, die ein von Abraham bar Jakob signiertes Kupfer enthält. Daß in den 1557 in Mantua erschienenen Siddurim ,,zum ersten Maie die Figuren von Mazza und Marror in der Haggadah eingeführt wurden und von nun an m allen Ilaggadot und Siddurim des italienischen Ritus vorkommen“, ist insofern nicht ganz richtig, als Darstellungen von Mazza und Marror schon in der in Prag 1527 von Gerschom Kohen gedruckten Haggadah zu sehen sind und ein Mazzabild bereits im Machsor Romi, 1485, Gasal Maggiore, vorkommt. Diese Bilder sind den handschriftlichen Haggadeh entnommen, wo sie ungeachtet der Provenienz im 15. Jhdt. eine ziemlich gleiche' Fassung haben. Der Aufsatz Erziehung ist mit einer unveröffentlichten Miniatur aus der Bibelhandschrift des Brit. Mus. Add. 19776 illustriert. Wie der Rabban Gamliel in der Haggadah von Sarajewo im 14. Jhdt., so schwingt auch hier der Lehrer im 15. Jhdt. die Züchtigungsrute über dem Schüler. Zwei unveröffentlichte Purimrollen der Sammlüng Arthur Howitt, Riehmond, worunter eine datierte, illustrieren unter anderem den Artikel Estherrolle von R. Wischnitzer-Bernstein. : . Bemerkenswert ist das Ex Libris von Moses Montefiore zum Aufsatz von Herrmann Meyer. Die Szene der Eheschließung, fol. 2201 der Turim-Handschrift Ms. 217, IX, 245, der Rossiana in Wien-Lainz — ein prachtstrotzendes italienisches Genrebild des 15. Jhdts. — bietet ein interessantes Gegenstück zu den Dar- Stellungen dieses Stoffes im 13. und 14. Jhdt., die wir kennen, und zu der ziemlich roh gezeichneten Trauungsszene in der sog. 2. Haggadah ,des Nürnberger Nationalmuseums aus dem 15. Jhdt. 1 Das Bild des Mose Faradsch, des Uebersetzers ins Lateinische unter Karl von Anjou in einer Initiale in Ms. Paris, lat. 6912 der Bibliotheque Nationale