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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 74

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 1
Article
Zur jüdischen Kunstforschung [Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 74 (sequence 6)
Language
German
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74: vom Jahre 1283 ist wohl als älteste Darstellung eines jüdischen Autors in einer Handschrift zu betrachten. Das bekannte Bild des Mose Aragel in der Bibel Alba stammt erst aus dem 15. Jhdt. Jüdisches Lexikon, Band IV3 (V), Jüdischer Verlag, Berlin. Der fünfte und letzte Band des Jüd. Lexikons enthält, wie die vorangegangenen Bände, reichhaltiges Illustrationsmaterial, besonders zum Artikel Synagoge, dessen geschichtlicher Teil von Prof. I. Elbogen herrührt. Im Architekturteil verdient der Beitrag von E. L. Sukenik Beachtung, der die antiken Synagogen Palästinas behandelt. Im Abschnitt Synagogen der Diaspora von A. Grotte fehlt• der Hinweis auf die in der neueren Literatur vielfach behandelten antiken Synagogen in Delos und in Naro (Hamam-Lif). In den Titeln der Bilder vermißt man gelegentlich genauere Angaben, so fehlen die Signaturen der illuminierten Handschriften, die für die Benutzung ebenso wichtig sind, wie die Titel von Druckwerken. Es sei bemerkt, daß die Handschrift. der das ״Urteil Salomos‘6 entnommen ist, das Ms. Add. 11639 des British Museum ist, und zwar ist das keine italienische Bibel (der Irrtum geht auf Frauberger zurück, der in Mitt. d. Ges. z. Erforsch, jüd. Kunstdenkmäler, V/VI, fig. 24—26 Bilder dieser Handschrift veröffentlicht hat), sondern ein Kodex, der Pentateuch, Targum, Sederzeremoniell und verschiedene liturgische und poetische Stücke enthält, worunter sich eines auf ein Ereignis in Metz bezieht. Die Miniaturen weisen unverkennbar die Formen der französischen Gotik auf. Zwei Miniaturen zum Artikel Trachten (auf Sp. 1010 unten und Sp. 1011 oben) sind als Bilder aus einem Machsor des 15. Jhdts. betitelt. Eine genauere Angabe wäre schon aus dem Grunde wichtig, als die gleichen Bilder im Machsor der Universitätsbibliothek Leipzig, 14. Jhdt., Vorkommen. Es sind das fol. 64 b und fol. 27a des ersten Bandes dieses Machsor. Die Reproduktionen im Jüdischen Lexikon sind entweder nach späteren Nachbildungen oder wohl nach modernen Kopien hergestellt, denn die Zeichnung ist hier glatter als in den Leipziger Originalen, vgl. deren Abbildungen in Rob. Bruck, Die Malereien in den Hand- Schriften des Königreichs Sachsen, 1906, fig. 139, sowie Rimon, Heft 2, 1922, und Menorah, 1929, 11/12. Interessant wäre auch der genaue Wortlaut und Quellenangabe des Titels, der das erste der beiden Bilder im Jüd. Lexikon erläutert: Ein Jude macht einer christlichen (!) Dame einen Heiratsantrag. Die Trachten der Juden sind mit Illustrationen verhältnismäßig spärlich bedacht, demgegenüber bietet der Band eine schöne Zusammenstellung von Sederschüsseln, die Abbildung eines bemerkenswerten Thoraschreins aus Geroda, Bayern, und eines wenig bekannten Gemäldes im Museum in Straßbürg aus dem 19. Jhdt., das die jüdischen Massaker in Straßburg zur Zeit des Schwarzen Todes, 1349, behandelt. Es soll der Redaktion kein Vorwurf gemacht werden, daß sie den Namen des Künstlers, der dieses Gemälde gemalt hat, nicht ermittelt hat. Ich habe mich nämlich kürzlich bemüht, den Namen des Urhebers eines anderen historischen Gemäldes zu erfahren, das sich zufälligerweise auch in Straßburg, und zwar im israelitischen Konsistorium befindet. Es behandelt eine Episode aus der gleichen Zeit und stammt ebenfalls aus dem 19. Jhdt. Der Name konnte nicht, festgestellt werden. Nach Ermittelung von Dr. M. Ginsburger, Straßburg, ist das Bild im Jüd. Lex. von E. Schweitzer. Es sei mir noch gestattet zum Artikel Samaritaner auf die vermißte Veröffentlichung von M. Gaster, The Asatir, The Samaritan Book of the Secrets of Moses, 1927, eine Paraphrase des Pentateuch in sama- Titanischer Sprache, hinzuweisen. Rahel Wischnitzer-Bernstein.

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