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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 57

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 1
Article
Die höheren jüdischen Schulen Deutschlands
Date
1931-01-01
Page
Seite 57 (sequence 10)
Language
German
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57 Lehranstalten des Reiches sei, die ihre Schüler vom Kindergarten an bis hinauf zur Universität führt. IV. Jawne-Schule, Köln a, Rh. Köln, eine uralte, jüdische Siedelung, deren Namen angeblich im Talmud Vorkommen soll, deren mittelalterliches und neuzeitliches Gemeindeleben wir aber nur am rechten Rheinufer in Deutz verfolgen können, war im letzten Jahrhundert sicherlich kein jüdisches Zentrum zu nennen. Aber es beherbergte neben der großen Synagogengemeinde eine Religionsgesellschaft: Adaß Jeschurun, ein israehtisches Lehrerseminar und einen tatkräftigen Rabbiner Direktor dieser beiden. Wie es dann zur Gründung einer jüdischen höheren Schule kam, darüber lesen wir in einer halbamtlichen Mitteilung des Direktors: Nach jahrelangen Vorbereitungen trat zu Beginn 1919 auf Anregung von Rabbiner Dr. Emanuel Carlebach ein vorbereitender Ausschuß zusammen, der an die Stadt Köln ein Gesuch wegen Errichtung einer höheren jüdischen Knaben- und Mädchenschule richtete, deren Notwendigkeit er mit weltanschaulichen, religiösen Gründen betonte. Ostern 1919 wurde die Schule als Doppelanstalt eröffnet und führt seither — im Sinne der bekannten Bitte von R. Jochanan ben. Sakkai an den römischen Feldherrn —־ den Namen Jawne. Am 15. April 1921 erhielt die Schule die Genehmigung zum Aufbau, 1925 die Anerkennung als Realprogymnasium und Lyzeum mit Halböffentlichkeitsrecht (was in praxi dem Oeffentlichkeitsrecht gleichkommt, nur weil ihr Unterhaltsträger keine Körperschaft, sondern ein privater Schulverein ist, präsidiert bei den Prüfungen der zuständige Oberschulrat)1. Im ersten Jahresbericht, der über das 11. Schuljahr 1929/30 lithographiert herausgekommen ist, nennt sie sich ,,Privates jüdisches Reformrealgymnasium mit Realschule für Knaben und Mädchen“, was seit 28. 9. 1929.ihr amtlicher Name ist. Von Anfang an war ein ideelles Zusammengehen mit dem Israelitischen Lehrerseminar vorgesehen; in dessen Schulgebäude die Jawne vorläufig untergebracht ist, wiewohl die beiden Lehranstalten im übrigen voneinander ganz unabhängig geleitet werden. Nichtsdestoweniger erhielt die Jawne nach dem Ableben Dr. Carlebachs (1927), als ihre materiellen Grundlagen schwankend geworden waren, eben als ,,Vorbereitungsschule für konservative Lehrerbildung“ vom Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden eine Mindestjahresunterstützung von Rm. :20 000 zugesagt unter , der Bedingung, daß sie zur Vollanstalt ausgebaut werde. Eine andere Kräftigung ihres .Bestandes erfuhr die Jawne dadurch, daß sie am 27. April 1928 3nit de.nx Vorstand der Kölner Synagogengemeinde einen auf vor-, läufig fünf Jahre lautenden Vertrag schloß,, der. der .Schule einen jährlichen Gemeindezuschuß, sicherte. . Im. Sinne desselben trat der Gemeinderabbiner Dr, L.. Rosenthar an die Spitze des Schuh . 1 Wie viele andere!. Schulen hat auch die Jawne dieses Jahr die./Berechtigung erhalten, durch Beschluß der Versetzungskonferenz — ohne jedwelche Prüfung.־^- das Zeugnis der Obersekutidäreife zu. erteilen- '

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