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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 56

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 1
Article
Die höheren jüdischen Schulen Deutschlands
Date
1931-01-01
Page
Seite 56 (sequence 9)
Language
German
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56 den Aufsätzen, sogar .in den Abiturarbeiten mehrzur Geltung zu kommen, als seinerzeit, da ich diesen Mangel bezüglich aller jüdischen Schulen Deutschlands beklagen mußte1. Seit Jahren leitet der Direktor eine ständige ״Arbeitsgemeinschaft Probleme des Judentums" (APJ), an der sich sämtliche Zöglinge der Oberstufe beteiligen und in der die Probleme des Lebens und der Wissenschaft vom religiösen, nationalen und sozialen Gesichtspunkt aus ausgetragen werden, Die kunsthistorische Arbeitsgemeinschaft befaßte sich mit synagogaler Musik, die kultusgeschichtliche im Anschluß an Herfords Buch über die Pharisäer mit den religiösen Vorurteilen. Anregend wirkte auf die Zöglinge der Besuch Aimd Pallieres in der Anstalt, der auch in der eigenen Zeitschrift der Schule, im ,,Philanthropin“ mehrfachen Widerhall fand. Was den äußeren Aufbau der Schule anbelangt, kann Direktor Driesen, der nach dem Umsturz eigentlich aus dem außenpolitischen Dienst zur Pädagogik wiederkehrte, ebenfalls als Reorganisator des Philanthropins angesprochen werden. Von ihm wurde seit dem Jahre 1925 die Realschule zum vollen Realgymnasium ausgebaut, das 1928 die ministerielle Anerkennung als Reformrealgymnasium der Regelform (Lateinisch ab U II) erhielt; ebenso erhielt das Mädchenlyzeum 1922 seine Fortbildung in dem Jahrgang der Frauenschule. In dieser sollen die Mädchen einerseits in Theorie upd Praxis des häuslichen, des erzieherischen, wirtschaftlichen und sozialen Dienstes eingeführt werden, andererseits in dem der Schule angegliederten Kindergarten Uebung für den Hortnerinnenberuf finden. Mit besonderem Stolze spricht der Direktor davon, daß es ihm gehingen sei, 1924 auch die. Volksschule — mit derzeit 16 Einzelklassen und 523 Zöglingen — zu retten, die als ״Volksschule am Philanthropin“ ebenfalls direkt dem autonoihen. Schulrat untergeordnet ist. Leider nur als private, konfessionelle Schule! — setzt Driesen mit Bedauern hinzu, Sein Ideal wäre im Prinzip die über den Konfessionen stehende ,,Gemeinschaftsschule/‘ der Weimarer Verfassung. In Wirklichkeit finden wir unter den 222 Zöglingen des 'Reformrealgymnasiums (dazwischen 26 Mädchen) bloß 2 Freireligiöse; unter den 155 Lyzeisten gibt es 3 Evangelische, 1 Sabbatanerin und 2 Freireligiöse. Auch der 34 gliedrige Lehrkörper, des־ Philanthropins zeigt in neuerer Zeit bereits nicht jüdischen . Einschlag; derselbe entfaltet . eine reiche literarische Tätigkeit/tut auch viel für.seine wissenschaftliche Fortbildurig.; Mit dem Philanthropin sind zwei Internate verbunden: die ,,Flersheim’sche, und Sichel-Stiftung^, ein. Neubau für derzeit 24 ‘würdige.■:* Schüler des Mittelstandes und. das Frauenschulheim. Mit Stolz kann das Philanthropin darauf hin weisen, daß es zu Anfang des Schuljahres 1930/31 mit der Gesamtschülerzahl des Schulwerkes von genau 900 Zöglingen die Höchstziffer des Schulbesuches seit seinem Bestände . aufzuweisen hat,. daß es auch eine der wenigen 1 Nach in jüngster Zeit beklagt sich ein Schulmann (Ghaim Schneid-Berlin in den ,,Blättern-für Erziehung- und •Unterricht" vom 30.: Oktober. 193p), wie wenig, jüdische' Stoffe in dem allgemeinen Unterricht der jüdischen •Volksschulen ausgewertet werden und führt als Beispiel die ■ jubiläumsschrift der Berliner 'jüdischen Khäbenschule an,־ deren wertvolle Aufsätze alle ,,genau.se gut den Bericht einer‘ nicht jüdischen :Schul evähgeben konnten";. .;

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