Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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4:6 ישר■ בן הנדניבז אהרן וציל.1 2 3 4 אנו האח-ם החתומים מטה מודיעיגם] לכל רואי כתנבתינו] זה ומה שכתונב] בכת1ב1 ארמיינא] זה לעיל זה נעשה ברצונינו ובדעותינו וחתמנו בכתיבת ידינוז* משה בן הנתיב] שבתי וצ״ל." חיים בן הנתיב] שבתי מצילנלי]. * IV. HHStA. Wien, 22. Mai 1380. [In diesem 24x14% cm großen auf Pergament geschriebenen Schadlosbrief stellt Graf Heinrich von Holstein5 die Edlen Hawgen von Dybein und Rudolf von Walsee dem Juden Chatschim von Cilli für ein Darlehen von 30ל guter Gulden zu Bürgen.] Wir Graf Hainreich von Holczen vnd all vnser erben vergehen mit dem offen brif vnd tun (2) chunt, das wir dye edeln hern Hawgen von Dybein vnd herren Rudolfen von Waltse ir wirttinn (3) vn all ir erben für vns ze purgen gescholen vnd ganczen geweren versaczt haben hincz (4) Chatschim dem juden ze Cili, hincz seiner wirtin vnd hincz allen iren erben vmb drew (5) hundert gutter guidein vnd um sibenczig guter guidein, die all ir gut wag habent, vnd sullen (6) si dauon gancz vnd gar nemen, ledigen vnd lösen, an alln iren schaden vnd an all ir mue (7) vmb erchen vnd vmb scheden, vnd sullen das tun so man die vir tag in der vasten genast (8) hat, schirist chumftig. Tet(n) wir des nicht, weihen schadn si des nemen, den ir ains pei sein (9) trewn gesagen mag, an ayd an tayding vnd an all ander pewerung, den sullen wir in gar (10) vnd genczlich gelten vnd ablegen mit samt dem erchen. Das sullen si haben auf vns zu (11) vnsern trewn vnd auf alle dew vnd wir haben. Wolt wir si dann nicht wern, so sol si der (12) landsher oder wer an seiner stat ist, gancz vnd gar richten vnd wern, erchens vnd Schadens, (13) von aller vnser hab mit vnserm gutem willen. Das in das allez stet vnd vnczerprochen pe (14) leib, da[r]vber geben wir in den offen prif, versigelten mit vnsers vorgenant graf Hainreichs (15) von Holczen aygem anhangundem insigel. Geben am eritag vor gotsleichnamstag (16) nach Christes gepuerd drewzehen hundert jare, darnach in dem achtczigistem jare. Auf der Rückseite ein von späterer Hand stammender Registraturvermerk: Graf von Holzen 1380 Schadlosbrief. V. Marburg a. Dr., 19. Juni 1455. [Diese im Archiv des Bistums Seckau in Graz ,,Pfarrurkünde 346, Marbürg (in tergo: 50)“ sich befindende 29,3 x8,2 (1,5 ־+־) cm große, auf Pergament geschriebene Originalurkunde (Abschrift im steierm. Landesarchiv, ZI. 6531b), 1 Sehr schön geschrieben, wahrscheinlich von Israel (Isserlein?) selber, weil Text und Unterschrift ähnlich sind. 2 Andere Schrift. 3 Sehr ungelenke von der Textschrift verschiedene Unterschrift. 4 Etwas bessere Schrift als die des Mösöh. Von dieser Urkunde besitzen wir auch eine genaue Kopie, die sich nur dadurch vom Original unterscheidet, daß in der 1. Zeile der Kopie es מודיע ומודה heißt. Die Uebersetzung des hebräischen Textes lautet: Ich der unten Gefertigte bekenne und tue kund jedermann, das alles was oben in dieser in deutscher Sprache (für deutsche Sprache wird in steierischen Urkunden gewöhnlich לשון הארמאי oder ארמי gebraucht, vgl. Der jüd. Grabstein in der Burg zu Graz, Frankfurt a. M. 1928, S. 11, Anm. 6) abgefaßten Urkunde geschrieben steht, die gesiegelt ist mit dem Siegel des Grafen von Cilli, ist alles geschehen über meinen Willen und über meinen Ausspruch. Israel, Sohn des edlen (freigebigen) Aharön, das Andenken des Gerechten sei zum Segen. Wir unterfertigten Brüder bekunden vor allen, die diese unsere Unterschrift sehen und was oben in dieser in deutscher Sprache abgefaßten Urkunde geschrieben steht, ist mit unserem Willen und unserer Kenntnis geschehen und haben wir es mit unserer Handschrift gefertigt. — Möseh, Sohn des edlen Schabsi, das Andenken des Frommen gereiche zum Segen. Ilajtm, Sohn des edlen Schabsi aus Cilli. 5 Vgl. Notizenblatt d. kais. Akad. d. Wiss. in Wien, 4. Jahrg. 563, 147.