Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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47 enthält den Verkaufbrief, mit welchem Aram, Seldmans Sohn zu Marburg a. Dr. sein in Marburg, in der Burggasse, zwischen den Häusern des Fleischhackers Merten und Steinmetzmeisters Hans gelegenes Haus, von dem jährlich statt an den Fürsten, an den jeweiligen Stadtrichter 3% Pfenning zu Grundrecht gedient wird, an Michel Mutenhauser, Bürger zu Wolfsberg — ohne Nennung des Kaufpreises — verkauft.] Ich Aram der jud., Seldmans1 sun zu Marchburg vergich für mich, mein liawsfraun vnd all vns(er) erben vnd tun kund offenlich mit dem brief, das wir dem erber(e)n Michelln Mut(e)nhawser, burger ze Wollsperg (2) seiner hawsfraun vnd allen iren erben, recht vnd redlich verkauft vnd aufgeben haben, verkaufen vnd geben in auch auf wissentlich in kraft des briefs ain haws vnd hof mit all(e)r sein(er) zugehörung vnd mit (3) all(e)n den rechten, eren, nuczen vnd wirden als von alder darczue gehört, als wir das vmb vnser geltschuld mit recht in vnser gwalt bracht vnd inne gehabt hab(e)11, das geleg(e)n ist ze Marchbürg in der (4) stat in der purgkgassen, zwisch(e)n Merten des fleischakcher vnd maister Hannsen des stainmecz hewser, vnd der kauf darvmb ist beschehen mit hand(e)n des erber(e)n, weysen Andre des vischer, diezeit stat(5)richterzu Marchburg, wan(n) man im oder wer statrichter daselbs ist, jerlich davon dint an der fürsten stat von Oesterrich etc. vird halben pfeni(n)g ze grün!recht. Darum haben si vns geben ain sum(m) geltz des (6) wir zu rechter zeit von in gericht vnd beczalt sein. Wir geloben in auch das obemelt haws vnd hof mit all(e)r sein(er) zugehörung trewlich zescherm(m) vnd zevertret(e)n vor all(e)r klag vnd ansprach vor cristen (ל) vnd vor juden als man(n) solh erb in kaufweis zu recht scherm(m) soll nach landesrecht(e)n vnd gewon!1ait(e)n in dem lande Steir. Teten wir des nicht, was schadn si des furbas(er) nemen ze cristen oder ze jud(e)n (8) mit klag, mit taiding oder wie der schad genant wurd, den si ir ains oder ir scheinbot bey seinen treun mocht gesagen an aid vnd vnberechtent vnd an ail ander peberung, denselben schaden allen (9)sulle11 vnd wellen wir in ableg(e)n vnd widerker(e)n vnd sullen si das haben auf aller vnser hab auf erb vnd varundgut besuecht vnd vnbesuecht nichtz ausgenomen. Davon soll si richten vnd wer(e)n (10) haubtgutz vnd all(e)r schad(e)n der landesfurst in Steir oder sein anwald, wo si darauf weisent oder zaigent an klag vnd an alle nottaiding. Das ist vnser guet(er) willen, mit vrkund des briefs be(ll)sigelt mit des obgenant(e)n Andre Vischer aigen anhangund(e)n insigl, den ich obgenant(er) Aram jud mit (!) vleiss darvmb gepeten hab im vnd allen seinen erben anschaden vnd der obemelten (12) herrfe?)schaft an den gemelten gruntrecht vnn(er)griffenlich, darvnder ich mich obgenant(er) Aram jud für mich, mein hawsfrawn vnd all vnser erben v(er)pinde, alles das stett zehalden vnd gencz(13)lich zu volfueren, das in dem brief geschriben stet, der bestet ist mit vnser jüdischen vndergeschrift. Geben nach cristi gepurd in dem virczehenhundert vnd fümfvndfümfczigisten jaren (14) vmb phincztag nach sand veyts tag.2 כל הכתר לעיל בכהנב] מכר זה רצוני נאד ארון מיפורק.3 Zum Schlüsse möchte ich noch bemerken, daß ich gern bereit bin Gelehrten, die Interesse an den hier veröffentlichten Grabinschriften haben, Photographien dieser Steine leihweise zu überlassen. Vielleicht ließe sich so die eine oder andere Stelle noch berichtigend ergänzen. 1 Ueber Seldman, der ein Sohn Isserleins war, vgl. לקט יושר I, XXVIII, Nr. מ״ב. 2 An der Urkunde befindet sich ein durch zwei Oeffnungen gezogener Pergamentstreifen mit 2 Siegelbildern. Auf der einen Seite grünes, rundliches, etwa 1,4 cm großes Wachssiegel auf gelber Wachs unterläge, welche ebenfalls einen Siegelabdruck zeigt. Das grüne Siegelbild zeigt das Brustbild eines Hundes oder Wolfes, das gelbliche (dem Aram gehörige?) den Kopf eines Mannes (!). 3 Alles in dem Kaufbrief oben Geschriebene ist mein Wille. Spruch Arons aus Marpurg. Wir ersehen hier gleichzeitig aus dieser Urkunde, daß Ahrön nicht ein Sohn Isserleins, wie dies לקט יושר I, XIX, Nr.'י, irrtümlich behauptet wird, sondern ein Enkel desselben gewesen ist.