Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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u zwischen zwei Selbstlauten stand, wie ein ״tsch" oder ״dsch“ (g>) ausgesprochen worden ist1. I. HHStA. Wien, 25. September 1858. [Diese 16 x 10 *4 cm große auf Pergament sehr schön geschriebene Originalurkunde mit einem Siegel (Schild mit einem W + S — Wilhelmi) enthält die Vereinbarung darüber, daß die Juden Isserlein von Marburg, sein Enkel Mosche, Mosch und Chatschim, Schaubleins Sohn aus Cilli, den Perchtolt von Reutenberg2 von einer auf 730 Mark Aglajer Pfennigen bestehenden Schuld ledig sagen, deren Zahlung laut eines ihnen ausgefertigten Schuldbriefes Graf Friedrich von Cilli auf sich genommen hat. Durch den Pergamentstreifen des Siegels ist ein zweites 11 %x5 cm großes Pergament mit hebräischer Schrift an die Originalurkunde befestigt.]2 Ich I z z e r 1 y der jud von Marichpurg vnd ich Mosche sein ennichel vnd (2) ich Mosch vnd ich Chats chim, Schaubleins sun von Cilli, vnd alle vnser (3) erben wir veriehen offen war mit disem prief, daz vns vnser geneediger (4) herre der edel graff Friedreich von Cilli für herren Perchtolten von Reut(5)enberch geben hat ain prief, der da sagt siben hundert march vnd (6) dreizzich march guter agleyer, vnd sagen darvmb den vorgenanten herren (7) Perchtolten von Reutenberch vnd sein erben ledich vmb dy vorgenanten (8) siben hundert march vnd dreizzich march agl., daz wir fürbaz dar(9)vmb hincz in nichts mer zu sprechen haben vmb als vil guts erchens (10) vnd Schadens, des vns vnser vorgenanter herr graff Friedrich von Cili cze(ll) rechter zeit zu sand michels tag mit den prief für in gericht hat.(12) Mit urchund dicz priefs, gesigelt mit Wilhalms vnsers richter (13) anhanguntem insigel, der daz durch vnser peet willen an disen prief (14) gehangen hat, im an schaden. Geben nach Christs gepurd dreuczehen (15) hundert jar darnach in dem achtvndfuemfcziksten jar des (16) eritags vor sand michels tag. נחנו חתומי מטת מודים בהודאה גמודה ומודיעים לכל רואי (2) כתבינו זה שקבלנו2 כתב מהפחה וורידריך מצילי המגיד שבע (3) מאוח ושלשים זד.ר אגלי" ואותו הכתב נתן לנו 1 Vgl. Ramovs Franc, Historicna Gramatika Slovenskega Jezika, II. Konzonantizem, Laibach (Ljubljana) 1924, S. 164 f. — Allerdings macht mich mein Universitätskollege Prof. Dr. Josef Matl, ein gründlicher Kenner der südslawischen Sprachen, darauf aufmerksam, daß auch ihm wie Ramovs diese Klangverschiebung nur aus demUebermurgebiet(Prekmursko), also der Gegend, die sich ungefähr von Murska Sobota (Eisenburger Komi tat, früherMuraszombat) bis Dolnje Lendava (früher Alsö Lendva, Zalaer Komitat) dehnt, ein Gebietsstreifen, der früher zu Ungarn gehörte und einen Teil des Eisenburger und Zalaer Komitates bildete, jetzt jugoslavisch ist, und in dem eine Bevölkerung angesiedelt ist, die ein Gemisch von kroatisch-slowenischer Sprache spricht — nicht aber aus dem Marburg-Cillier Gebiet, also der Südsteiermark, bekannt sei. Vgl. auch Pavel August, A vashidegküti szlov. nyelvj. hangtana, 8. 105 f. u. 117 ff.; Asboth A j>gy vältozas a hazai szlov. nyelv. es a dunatüli magy. nyelvj. (in den Berichten der Budapester Akademie d. Wiss.) 1908 und noch andere, die Ramovs, a. a. O. S. 165 verzeichnet. Nun kann aber meinem Empfinden nach der Umstand, daß eine solche Klangverschiebung bei inter-' vokalem — j — vorläufig aus der Gegend von Cilli nicht belegbar ist, durchaus noch nicht als Beweis seines Nichtvorhandenseins gelten, welcher Meinung übrigens auch Prof. Matl ist. Sollte aber tatsächlich diese Aussprache des intervokalen — j — nur im Uebermurgebiete, wahrscheinlich infolge Einflusses des Magyarischen vorhanden gewesen sein, dann ist mit Sicherheit anzunehmen, daß ״Chatschim“ aus diesem Gebiete stammt, was, wenn auch die geographische Entfernung von dort nach Cilli hin nicht groß ist, immerhin für die Siedlungs- Verhältnisse der Juden in der damaligen Zeit nicht ohne Bedeutung ist. Aus dem bei Schwarz lg. in ,,Geschichte der Stadt Wien“, Wien 1914, V 33 verzeichneten ,,Haydgim“ ersehen wir, daß im niederösterreichischen Gebiete sich das ung. ״gy“ noch rein, ohne Klangverschiebung, erhalten hat. — Einen ״Hagin“ verzeichnet Zunz, a. a. O., II, S. 76. 2 Ueber die Edelherren von Reutenberg vgl. Muchar, Geschichte des Herzogtums Steiermark, VI 355.