Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 9)
- Language
- German
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38 VI. Schön beschriebenes ebenfalls liniertes Bruchstück eines Sandsteines. An der linken Seite ist der Grabstein ganz erhalten, hingegen an der rechten Seite ziemlich großes Stück abgesprengt. Höhe 0,32 m, Breite 0,20 m, Dicke 0,15 m. Der Stein dürfte, nach der vierten Zeile zu schließen, auf dem Grabe einer Mutter gestanden haben. נושם* 1 זהב2 V עלי3 4 4 אמי ... ת5 VII. Nicht sehr schön beschriebenes Bruchstück eines Sandsteines, dessen obere Schicht infolge der ausgesetzten Verwitterung sich abschält und die, da die Schrift nicht tief eingemeißelt ist, über kurz oder lang mit der Schrift wohl ganz verloren gehen wird. Der Stein stand über dem Grabe des frommen Schächters Josef und hat er eine Höhe von 1,48 m, Breite 0,28 m, Dicke 0,15 m. Er scheint sowohl nach links, namentlich aber auch nach rechts abgesprengt zu sein. הנחמד6 מרר7 יוסף8 ב ש9 Zunz, a. a. O. 361. Auf keinen Fall aber können diese Buchstaben eine Abkürzung für עליו תהיד. ברכה sein, denn das wäre wohl eine Eulogie für Lebende, nicht aber für Tote. Sollte der letzte Buchstabe ein Schluß ם sein, dann wäre zu lesen בגן] עדן תהיה מנוחתו]. 1 Könnte auch ב sein! Vorgelagert scheint נ oder ז gewesen zu sein. 2 I. will.נם זד,כ (für זהב) lesen. Ich allerdings habe eine Zeitlang ם זהם u. zw. als Abkürzung für זאת המצבדי lesen wollen, was mir aber bei genauer Ueberprüfung der Inschrift doch ausgeschlossen erscheint. So bleibt denn wohl nichts anderes übrig, als sich für die obenstehende Lesung zu entscheiden. Da nun alle Buchstaben mit dem Abkürzungszeichen versehen sind, die ganz gewiß in diesem Falle Jahreszahlen andeuten, so wäre der Stein aus dem Jahre 5111, also aus dem Jahre 1350. Ich halte diese Annahme für die wahrscheinlichste, und wäre mithin dieser Stein der älteste unter den hier veröffentlichten Steinen. . 3 Die 3 Buchstaben Abkürzung für 'עלתד, למרומי יי• 4 Die dritte Zeile ist ausgebrochen worden und darum ganz verschwunden. 5 Der obere Teil und der linke, etwas nach links verlaufende Vertikalstrich noch deutlich zu lesen. Es dürfte hier das Wort מרת oder מורתי gestanden haben, worauf dann in der folgenden Zeile der Name folgte. 6 So lese ich, חמד noch deutlich zu lesen. I. hingegen hat gelesen ד" נחמד (sic!). 7 Die beiden דר noch deutlich zu lesen und vermute ich darum vorher den Buchstaben מ. Wir hätten dann hier eine Abbreviatur für die gelehrten Männern beigelegte Bezeichnung מורנו דביגו רבי*• Baß Schächter sehr oft gelehrte Männer waren, ist ja zahlreich zu belegen. 8 Sehr deutlich zu lesen. 9 Auf der linken Seite lese ich noch einen Teil eines גמ es wäre also das ,ש der Anfang des Wortes שמואל oder שמעון.