Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 4)
- Language
- German
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33 geraten und dürften vor einigen Jahren beim Einschlauchen der Kanalisierung in dem der Raubergasse zugewendeten Teile des ״Joanneums“ verwendet worden sein* 1. Drei Bruchstücke wurden im April 1855 und neun im Jahre 1857 von der Statthalterei dem ,,Joanneum“ übergeben2. Von diesen insgesamt 16 Bruchstücken besitzen wir derzeit leider nurmehr neun Stücke, die anderen scheinen unrettbar verloren zu sein. Zum Glück aber haben sich in den Inventurzetteln des ,,Joanneums“ noch vier allerdings in sehr unbeholfener Schrift angefertigte Abschriften von Steinen erhalten, so daß wir über dreizehn dieser Bruchstücke Auskunft geben können, der Inhalt der weiteren drei scheint allerdings unrettbar verloren zu sein. Diese Steine lagen nun bis zum Jahre 1928 am Hofe des der Raubergasse zugewendeten Traktes des Joanneums, waren darum Wind und Wetter und demgemäß auch der Verwitterung ausgesetzt. Da wandte ich mich nun aus Anlaß der Achthundertjahrfeier der Stadt . Graz an den damaligen Landeshauptmann der Steiermark Ing. Hans Paul, o. ö. Professor der Technischem Hochschule in Graz, mit der Bitte, diese Steine uns ausfolgen zu wollen, was auch mit Bewilligung der Landesregierung (Erlaß der steierm. Landesregierung, Abt. 6, vom 20. April 1928, E. ZI. 373 J 54/2 — 1928) und nach eingeholter Zustimmung des Kuratoriums des steiermärkischen Landesmuseums ״Joanneum“ grundsätzlich ohne weiteren Vorbehalt genehmigt worden ist3. Am Schibhä äszär be-Tamüz 5688 (5. Juli 1928) wurden die Steine auf den israelitischen Friedhof überführt und werden dort über Beschluß des Vorstandes der ״Chebhra Kadischa“ in würdiger Weise untergebracht werden (Mitteilungen d. isr. Kultusgem. Graz, Graz 1928, Nr. 4, S. 7). Die Steine bz־w. Bruchstücke stammen aus der Zeit zwischen [1350 (vgl. Grabstein VI)], 1380 bis 1428 [1438 (vgl. Grabstein IV)]4. Sie stammen also aus der Zeit, aus welcher auch der von mir veröffentlichte Grabstein in der Burg zu Graz stammt5. Das geschichtlich diese etwas ungeschickte Formulierung des Satzes ist der Irrtum bei Wertheimer, Jahrbuch (vgl. oben Anm. 4) entstanden, indem er gemeint hat, die hebr. Grabsteine haben im Jahre. 1438 Verwendung gefunden. Dies ist nicht der Fall gewesen, sondern die anderen damals dem Joanneum ebenfalls geschenkten gewöhnlichen Steine trugen den Vermerk 1438, 1451. Solche das Jahr des Bruches bezeichnenden Vermerke wurden in der damaligen Zeit sehr oft auf der Rückseite der Steine eingezeichnet, wie denn auch Grabstein IV (vgl. S. 37, Anm. 1) einen solchen Vermerk trägt. 1 Diese Vermutung hat mir Herr Museums ad junkt Otto Weinlich mitgeteilt. . 2 In den ,,Mitteilungen d. hist. Vereines für Steiermark“, Graz 1858, VIII, 39, Nr. 585, werden als Eingänge bloß neun Steinfragmente mit hebr. Inschriften erwähnt, jedoch im InventurzetteF des ״Joanneums“ (Rückseite des Inventurzettels), auf dem der Grabstein Nr. XIII aufgenommen ist, werden .noch weitere im Jahre 1855 übergebene drei Steine inventarisiert. 3 Es ist mir eine angenehme Pflicht, Herrn Prof. Paul an dieser Stelle für sein Entgegenkommen den besten Dank auszusprechen. 4 Irgendwelche Schlüsse daraus zu ziehen, daß sich bislang nur Steine aus dieser Zeit gefunden haben, sind wir nicht berechtigt. Ueberdies ist es gar nicht ausgeschlossen, daß das Bruchstück XII aus dem Jahre 1480 stammt. .5: Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, Nr. 34. Hier möchte ich noch erwähnen, daß zu den S. 5, Anm: 2 Monatsschrift, 75. Jahrgang. 3