Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 1
Article
Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
Date
1931-01-01
Page
Seite 31 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829975-2829977-2849474--50250-2849541
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

31 (לקט יושר) seines Schülers Josef Sohn des Moses ans Höchstädt a. d. Donau (bei Dillingen)* 1 über manche hierzulande gepflegten Gebräuche, Sitten und Vorkommnisse unterrichtet, wahrlich wir wüßten so gut wie gar nichts über das Innenleben der Juden in der Steiermark. Und doch muß hier ein ganz bedeutendes jüdisches Leben pulsiert haben. Das ersehen wir nicht allein aus jenen gelegentlichen Notizen, auch nicht allein daraus, daß hierzulande so bedeutende Männer, wie Isserlein oder der von ihm genannte Anschel Marburg, der ein Schüler Schaloms aus Oesterreich gewesen ist2 und von welchem Isserlein sagt, daß er würdig war, andere zur Ausübung rabbinischer Funktionen zu ordinieren3, gewirkt haben, sondern auch aus den nicht wenigen Bibel- und Talmudfragmenten und sonstigen Resten jüdischer Bücher, die zerfetzt und zerschnitten in verschiedenen Büchern des Landes als Schutzblätter von Einbanddeckeln dienen4. Aber selbst jene für die Ermittlung der Geschichte der Juden im Mittelalter so oft wichtigen Behelfe, welche uns durch Grabsteine geboten werden, fehlen uns in der Steiermark5 bis auf einige wenige, die hie und da aus altem Mauerwerk, wo sie, nach Aushebung aus dem Friedhofe durch feindliche Hand verwendet, wieder haben lassen, die tatsächlich alle im תרומת הדשן enthaltenen Abhandlungen als fingiert bezeichnen, was aber unrichtig ist, wie das schon Berliner in MS. 18■ (NF. 1), 273 an der Hand beider Bücher unwiderleglich nachgewiesen hat. 2. bilden die שאלות mit den פסקים וכתבים durchaus nicht ein Werk, das den Titel תרומת הדשן führt, vielmehr ist das Buch תרומת הדשן wie bereits erwähnt, ein Werk für sich allein. Ebenso ist das Buch פסקים וכתבים ein Buch für sich allein, das 266 Abhandlungen enthält, vgl. Kat. d. Rosenthalschen Bibliothek, Amsterdam 1875, I 498 u. II 390, Nr. 1998 und Benjacob S. 673, Nr. 980, nur daß sie beide in einem gewissen Zusammenhänge stehen, vgl. MS., a, a. O. 272 f. Zu seinem Irrtume dürfte Graetz vielleicht auch durch Heilperins irrige Angabe in seinem ם' הדורות, Ed. Warschau 1893, III 108, s. v. ת״ה veranlaßt worden sein, wo es heißt: תרומת הדשן ר ישראל איסדלין אשכנזי ספר פסקים וכתבים שלו (sic!) 3 .מאוסטרייך. שנ״ד שו״ת ואצלו. hat Isserlein nicht eine Anmerkung zu Israel Dürens שערי דורא geschrieben, sondern Noten, unter welchen (Ed. Basel, S. 75b) sich auch ein Responsum Isserleins vorfindet, vgl. Kat. Rosenthal I 476, II 427, Nr. 2191. Ueber weitere Responsen bzw. Abhandlungen Isserleins vgl. Asulai שם הגדולים, Ed. Podgorze 1905, S. ם׳; MS., a. a. O. 273 u. לקט יושר S. XXXIX. 1 Ed. Freimann, J., Berlin 1903/1904. Vgl. daselbst VIII, Anm. 2 Pollak, a. a. O. 48 ff. und MS. a. a. O. 134. Vgl. auch ליי, XXIII, פיא. 3 MS., a. a. O. 178. 4 Verschiedene Teile solcher Bücher findet man fast im ganzen Lande. So gab mir erst vor einigen Monaten Herr Hofrat Dr. Döblinger, Direktor des steierm. Landesarchivs, zwei kleine Streifen einer Pergamenthandschrift, die wahrscheinlich aus einem Gebetbuche geschnitten worden sind und sich im Einbanddeckel eines Buches, das aus der Nähe von Marburg a. Dr. stammt, gefunden haben. Die in Quadratschrift gehaltenen Buchstaben sind sehr schön geschrieben und vokalisiert. Am Margo befinden sich in ziemlich unbeholfener, verblaßter Schrift Anmerkungen. Dr. Z. Schwarz aus Wien hat vor mehreren Jahren alle die ihm bekannt gewordenen Bestände aufgenommen und dürfte er das Ergebnis seiner Sammlung bald veröffentlichen. 5 So z. B. ist aus Judenburg, der gewiß bedeutendsten und ältesten jüdischen Siedlung in der Steiermark, bislang kein Grabstein irgendwo gefunden worden. Hingegen wissen wir von einem Bibel- und einem Talmudfragment, das aller Wahrscheinlichkeit nach aus der dortigen Gemeinde stammte und von mir beschrieben worden ist in: Zwei hebräische Handschriftenfragmente aus der Steiermark (Sitzungsberichte der k. Akad. d. Wiss. in Wien, Phil.-hist. Kl., 166. Band, 7. Abhandl.), Wien 1911. Vgl. namentlich S. 3.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.