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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 24

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 1
Article
Kleine Beiträge zu Bibel und Volkskunde
Date
1931-01-01
Page
Seite 24 (sequence 6)
Language
German
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24 paar bedrohenden Dämonen zu täuschen, verweise ich auf die, von mir Zeitschr. d. Vereins f. Volksk. 1893 S. 142 erwähnte, Talmud« stelle Sabb. 67b: ,,Wenn sich der Mann mit dem Namen der Frau und die Frau mit dem Namen des Mannes nennt, so gehört das zu den ,emoritischen Gebräuchen'." Nach Raschi geschah dies nachts aus Aberglauben. Wie auf der griechischen Insel Kos dem Herakles ein Priester in Frauentracht opferte, so bestand anderswo — nach Maimonides, der sich auf ein sabisches Werk beruft— der Brauch, daß ein Mann in Frauentracht den Planeten Venus, eine Frau in kriegerischer Rüstung den Mars anbetete; s. Jul. Guttmann, John Spencers Erkl. d. bibl. Gesetze: in Festskrift Simonsen 270. Zu Talmud Beräköt 43 b — Fackel als Schutz ^vor Dämonen beim Ausgehen in der Nacht — stellt sich Tosefta Sabb. VII 10: ,,Wenn jemand einen Feuerbrand an die Wand heftet und ruft: ,Weg!', so gehört das zu den ,emoritischen Gebräuchen'; ruft er aber wegen der Funken, so ist es erlaubt." Ich habe das verbotene Tun a. a. O. 34 als Abwehr dämonischer Mächte erklärt; einwandfrei ist selbstverständlich die Warnung Vorübergehender vor Gefahr. Für den jüdischen Brauch, bei dem Sterbenden (DD15) Lichter anzuzünden, dürfte die älteste Belegstelle sein der Midrasch Tanhütnä (redigiert in der ersten Hälfte des 9. Jahrh.) zu Num 2025 ff. über den Tod Aharons: ״Als Mose und Aharon hineingegangen w׳aren (in die Höhle des Berges), sahen sie ein angezündetes Licht und ein bereitetes Bett. Da sagte ihm Mose: ,Bruder Aharon, besteige dieses Bett!' Er tat es," Mose hieß ihn dann die Hände ausstrecken, darauf Augen und Mund schließen; als Aharon so getan hatte, verließ ihn die Seele1 *. — Da erscheint nun beachtenswert, daß die Parallelstelle in dem viel älteren Sifre das Licht nicht bietet; daraus kann man vielleicht schließen, daß zu j e n e r Zeit der Brauch bei Juden nochnicht bestanden hat. Ein ähnlicher ist bekanntlich in christlichen Kreisen weitverbreitet: man hält dem Sterbenden eine brennende geweihte Kerze vor oder gibt sie ihm in die Hand, um den Teufel — ursprünglich die bösen Geister (in Oberbayern sind es rote Wachskerzen) — von ihm femzubalten (Sartori, Ztschr. d. V. f. Volksk. XVII 361 f.; Wuttke, Dtsch. Volksabergl 3 § 723; Samter GHT. 67 ff.). Dieser Brauch findet sich schon erwähnt 1556 bei J. Frey, Gartengesellschaft Kap. 10, aus einem Schweizer Bauernhause. So erklärt sich die in einer Anekdote aus 1762 (״Dtsch. Allg. Ztg." 1929 Nr. 270) — sie spielt in Hamburg — vorkommende Verwünschung: ״Allen Dänen (bzw. allen denen), die in Hamburg schalten, / Möge der Teuf el die Kerze halten!" — Der j ü d i s'c h e Brauch kann jedoch sehr wohl selbständig auf jüdischem Boden erwachsen sein, da 1 Anders in den (etwa gleichzeitigen) Pirqe R. ’Elhezer 36: Abraham betrat die Höhle Makpeiä ומצא שם אדם והוד, שוכבים על המטות וישנים וכרות דלוקין עליהם.

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