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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 21

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 1
Article
Kleine Beiträge zu Bibel und Volkskunde
Date
1931-01-01
Page
Seite 21 (sequence 3)
Language
German
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21 solche, die etwas tatsächlich Bestehendes erklären will (wie j. 'Abödä zärä I 39c ob. die Sage von dem alten Manne Januarius mit ihrer Erklärung für den Charakter des 2. Januar als peXaiva vjpepa lat, dies ater). Hier soll zweierlei erklärt werden: die Volksredensart und die Bezeichnung רומי בבלון. Die Redensart hat, jedenfalls im Osten des Römischen Reiches, gelautet: ,,Eine (große) Stadt, die keinen 7r drp wv xo X<o v ia c hat, ist keine (große) Stadt/' Ueber 7zdxpcov lat. patronus s. Magie, De Roman, iuris publ. sacrique vocab. in Graec. serm. convers. 36 u. 48. Sophocles, Greek Lex., bietet neben 7rarpco» r^c tloXsok auch als Titel 7raT7jp TtoXaax; ,,pater civitatis'*1. Wie nahe sich für Juden narqp und Ttdxpcov standen, zeigt Genes. R. 93u לפטרון במיליון ßaaleondzcop als Erklärung von לאב לפרעה Gen 458 (s. Fürst, Gloss. Graeco-Hebr. 167). Der patronus coloniae hatte die. Pflicht zur Unter- Stützung der Stadt und ihrer Einwohner durch Hingabe von Geld zur Verschönerung, für öffentliche Arbeiten, Wasserleitungen, Spiele und Werke der Wohltätigkeit; dafür wird er geehrt durch Geschenke, Bildsäulen und Auszeichnungen jeder Art. Eine Stadt konnte auch mehrere Patrone haben; ferner gibt es einige Beispiele von patroni provinciae2. Siehe Daremberg & Saglio, Dict. des antiqu. I 2 S. 1318 u. IV 1 S. 358 f. Daß nicht auch Rom selbst einen patronus coloniae haben konnte, berücksichtigte R. Lewi nicht. in רומי בבלון, das von J. Levy und Koliut als ,,das babylonische Rom" בבליקון genommen wird (nach Koliut wäre ק ausgefallen), erkenne ich cPcop7] B a ß vX&v. Rom erscheint im christlichen Schrifttum der ersten Jahrhunderte an nicht wenigen Stellen als Babylon wegen seiner Sündhaftigkeit, so im 1. Petrus-Briefe 513: ,,Salutat vos ecclesia, quae est in Babylone collecta"; Öffenb. Joh. 148: ,,Cecidit, cecidit Babylon illa magna, quae a vino irae fornicationis suae potavit omnes gentes" (mehr bei Forcellinj-Perin, Onomast. I 236, und Thes. L. Lat. II 1654). Und für diese, wohl auch in weiteren nichtheidnischen Kreisen bekannte Bezeichnung gibt der Rabbi eine ״historische" Erklärung: die ersten Hütten in Rom hätten nur mit Hilfe von Wasser aus dem Eufrat, an dem Babylon lag3, 1 Ueber das Amt des curator civitatis, das bis auf Justinianus auch von Juden bekleidet wurde und vielleicht mit der Stellung des pater civitatis identisch war, sowie über die, auch manchen Juden von ihren Mitbürgern verliehene, Würde des patronus s. Juster, Les Juifs dans l’emp. rom. II 262. 2 Wenn Gen. R. 5 022 ein Gleichnis desselben R. Lewi beginnt: >משל ׳,למדינה שהיו לה שני פטרמין אחד עירוני ואחד מן המדינה so soll zwar* nach. J. Levy, Neuhebr. Wtb. III 30, gemeint sein, daß eine Großstadt zwei Patrone hatte, einen Dörfler (Kleinstädter) und einen aus der Großstadt selbst, ich möchte aber doch eher glauben, daß dort מדינה ,,Provinz“ und עירוני ״Städter“ bedeute. 3 Daß die Wasser des Tigris und besonders des Eufrat den alten Anwohnern als ausnehmend rein galten und für^ Lustrationen vorgeschrieben waren (Fossey, La magie assyr. 71; Cumont, fitudes Syr. 251 )^ kommt hier nicht in Betracht. — Nach R. Hamnünä (B^räköt 57b) ist ein Lobspruch für die Bewährung von Gottes Wort (durch die Zerstörung Babels) Pflicht, wenn man eine Stelle in Babel sieht, von welcher Erde (עפר) genommen wird; wenn Räbä Esel sah, weiche Erde trugen, klopfte er sie auf den Rücken mit den Worten: ,,Lauft ihr Gerechten, den Willen eures

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