Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Kleine Beiträge zu Bibel und Volkskunde
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 2)
- Language
- German
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20 Das Richtige scheint sich mir zu ergeben, wenn man an den hebräischen Sprachgebrauch des doppelt gesetzten 2 bei Vergieichungen denkt: Gen 18» 441 ,והיד. כצדיק?רשעa 2י בם1וןד כפך?1ה, Lev 2416 כגר כאורח, Deut 117 כפןטן כגדל, RiT8181 ־ Sam 30», jes 242, Hos 49, Hagg 23, Ps 13912. Dann besagt unsere Stelle: ,,Ein jeder — die Gabe seiner Handsoll sein wie us w.“, d. h. die Gabe eines jeden soll entsprechen dem Segen usw. 2• Zu der Sage von א3א ק1ל1ן. Im Midrasch zum Holienliede I 6 (== I 42 der Ausg. Warschau 1877) heißt es: R. Lewi (g. E. des 3. Jahrh.) sagte: An dem Tage, an dem sich Salomo mit [der Tochter des] Pharao [Necho] verschwägerte, stieg Michael, der große Fürst1, vom Himmel herab und steckte ein großes Rohr ins Meer; zu beiden Seiten setzte sich Feuchtigkeit an, und man machte diese Stelle wie einen großen Wald, und das wurde die Stelle Roms2. An dem Tage, an dem Jerobeam b. Nebat die zwei goldenen Kälber aufstellte, wurden zwei Hütten aus Flechtwerk in Rom erbaut3. Man baute sie, aber sie fielen ein; man baute sie (wieder), aber sie fielen (wieder) ein. Da war dort ein alter Mann, mit Namen ,Abba Qölön; der sprach zu ihnen: ,,Wenn ihr nicht Wasser aus dem Eufrat holt und damit den Lehm einrührt und sie baut, sind sie nicht standhaft/‘ Sie erwiderten: ,,Wer beschafft das?“ Er zu ihnen: ,,Ich.“ Er verstellte sich als Weinhändler, ging (immer) in ein Dorf hinein und wieder hinaus, in eine Stadt hinein und wieder hinaus, bis er dorthin (d. h. an sein Ziel) gelangte. Dort ging er und holte Wasser aus dem Eufrat; das rührten sie (dann) in den Lehm ein und bauten sie (die Hütten), und sie blieben stehen. Seit dieser Zeit sagt man: ,,Jede Stadt, die keinen ,Abba Qölön hat., heißt nicht Stadt (verdient nicht den Namen St.)<<4. Und sie nannten es רומי בברון. Ich habe diese Sage schon bei Gelegenheit in der Wochenschr. f. klass. Philol. 1892 Sp. 624 f. erwähnt und den Sinn des Namens ’Abba Qölön erkannt5. Aber jetzt glaube ich weiter kommen zu können. Wir haben hier eine ätiologische Sage, d. h. eine 1 Richtiger Gabriel, nach Sabb. 56b und ‘Abödä zärä 21b, als der Schutzgeist Bdoms Roms (J. Levy II 119). 2 j. ‘Abödä zärä I 39°: und brachte eine Sandbank herauf, und es entstand ein großer Wald, und das ist die große Stadt in Rom. 3 j. 4 Ab. z.: An dem Tage . . . kamen Remus (רומום Tw^oc) und Romulus und bauten zwei H. aus Fl. — Sabb. 56b: An dem Tage . . . wurde eine H. aus Fl. gebaut, und das ist das griechische Italien. 4 KP. kann auch Kleinstadt und מדינה Großstadt auch Provinz bedeuten. 5 Vor kurzem hat M. K(lein) in der Encycl. Jud. I 150 f. die Legende aus der Ueberzeugung erklären wollen, ,,daß das weltbeherrschende Rom auf die Unterstützung des Ostens angewiesen war, der an natürlichen Reichtümern Rom bei weitem übertraf“. Der Name des Mannes sei vielleicht ein hebraisiertes lateinisches Wort, in dem colonia stecke/also ,,Vater der Kolonie“. Damit war er auf dem Wege zu meiner alten Deutung. Den Gedanken an AeuxaXi'wv (Krauß, Lehnw. II 1) hätte er nicht einmal als ,,unwahrscheinlich“ anführen sollen.