Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Biblische Kleinprobleme
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 4)
- Language
- German
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18 Denn in der Tat ist dies die Behauptung, die man als Voraussetzung des folgenden Satzes: ״. . . bei Tage verzehrte mich die Hitze und der Frost des Nachts'" erwarten muß. Auch Ehrlich hat empfunden, daß nur aus dem Gedanken von Vers 40, der gleichfalls die Scheidung von Tag und Nacht — hier jedoch in natürlichem Zusammenhang — enthält, auch Tag und Nacht in Vers 39 zu verstehen sein dürften, doch deutet er das hebräische Wort גנבתי, das er ״ גנבתיich habe gestohlen" liest, in seltsamer Weise um. Die nicht allzu fernliegende Lösung ergibt sich aus einer anderen, m. W. nicht genügend beachteten Schwierigkeit zu Anfang von Vers 40. In . . . הייתי ביום ,,ich war am Tage, da verzehrte mich die Hitze ..." ist הייתי ,,ich war" nicht nur überflüssig, sondern direkt störend; der Satz beginnt augenscheinlich erst mit ביום: ,,Am Tage verzehrte mich die Hitze". Somit gehört הייתי offenbar noch zürn vorigen Sätzchen, das demnach zusammenzufassen ist: וגנבתי לילה הייתי DV גנבתי ״bestohlen um den Tag und bestohlen um die Nacht war ich; am Tage verzehrte mich die Hitze und der Frost des Nachts". Das ist ein Gedanke, wie er ja heute noch oft genug zu hören ist, wenn ein Mensch sich darüber beklagt, daß er ,,keinen Tag und keine Nacht hat". Und er bildet die, wie ich glaube, notwendige Einleitung zu dem weiteren Inhalt von Vers 40. Sehr seltsam ist es freilich, daß, was sonst nicht belegt ist, die ״Femminform" גנבתי hier in bezug auf ein männliches Subjekt steht. Es ist schwer zu sagen, was hier diese Ausnahme veranlaßt haben könnte. Vielleicht war .גנבתי יום וגנבתי לילי ein stehender Ausdruck, der so zitiert zu werden pflegte, gleichgültig, ob er ursprünglich etwa meist aus weiblichem Munde zu hören war, oder ob hier in der ja auch sonst singulären Form גנבתי ein älteres Sprach- Stadium sich erhalten hat, worin, wie etwa in den Eigennamen und im Zahlwort, die t״Form auch für grammatisch männliche Subjekte verwendet werden konnte. Wie immer das sein mag, scheint die hier gegebene Auffassung der Stelle doch zwingend genug zu sein, um die grammatischen Bedenken zurücktreten zu lassen. b) Zu Jer 223-M:) In der Folge der Sätzchen 23 Ende und 24: בכרה קלה משרכת דרכיה: •ti ־־«t כ־ד־׳ו־י I Tt פרא 1 למד מדבר באות נפשו(נפשה : Q) שאפה רוח .. * V י י I T t-T I ” " ־־ T T I :־ T ק bieten die ersten Worte von Vers 24 bekannte und bisher nicht überwundene Schwierigkeiten. Da erscheint ״ein Wildesel, an die Steppe gewöhnt", aber gleich die Fortsetzung ist weiblich gehalten, wie der Schluß von Vers 23, der von einer flüchtigen Jungkamelin spricht, und der Wildesel scheint in das Bild hineinzuplatzen, in das er nicht hineingehört. Indes scheint dies nur solange so, als man die übliche Uebersetzung von פ׳שידכת mit ״die ihre Wege verdreht" oder mit Kautzsch ״die hin-und herlaufend, ihre eigenen Wege kreuzt" annimmt. Das kann שידך jedoch nicht bedeuten. שידוך ist das Schuhband, סירכא im Neuhebräischen und Aramäischen ebenso das Band,