Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Biblische Kleinprobleme
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 5)
- Language
- German
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19 im besonderen pathologisch das Band, das zwei kranke Stellen der Tierlunge miteinander verbindet; ebenso bedeuten die entsprechenden Wörter in den anderen semitischen Sprachen ,,verbinden, beigesellen“, und nur dies kann משרכת an unserer Stelle meinen. Arnheim und Sachs, die in der Zunz-Bibel Jeremia gemeinschaftlich übersetzt haben, geben die beiden Schlußworte denn auch durch ,,gekettet an ihre Wege“ wieder, was jedoch keinen passenden Sinn ergibt und die aktive Form ins Passive umbiegt. Alle Schwierigkeiten scheinen mir jedoch gelöst durch die Annahme, daß der Schluß von Vers 23 gegen die Verstellung mit Vers 24 zu verbinden ist: ,,Flüchtige Jungkamelin, die ihren Wandel verknüpft m i t einem Wildesel, die Steppe gewohnt; in ihrer Gier schnappt sie nach Luft. ..“ Die unnatürliche Vorliebe Israels für fremde Kulte wird hier drastisch mit der widernatürlichen Gier einer brünstigen Jungkamelin nach fremdartigen männlichen Tieren gekennzeichnet. Dem Propheten, der die Reinheit des Gottesvolkes erstrebt und sicherlich, ganz wie das Heiligkeitsgesetz Lev 1919, die Kreuzung verschiedener Tiergattungen und wohl, wie Deut 2210, selbst das gemeinsame Pflügen von Ochs und Esel verabscheut, muß es ein Bild schlimmster Sünde wider die Natur sein, daß die Kamelstute freiwillig nach dem Wildesel verlangt, mit dem sie — anders als in der Kreuzung von Pferd und Esel — auch nicht die geringste Artverwandtschaft verbindet. Sprachlich steht פלא statt בפרא, ähnlich wie פתח oft für בפתח gesetzt wird, weil man das b der Präposition vor dem p des folgenden Wortes nicht hörte. Kleine Beiträge zu Bibel und Volkskunde. Von Heinrich L e~w y in Berlin. 1• Zu Deut lß17. Dreimal jährlich sollten alle männlichen Israeliten am Orte des Zentralheiligtums erscheinen, und nicht mit leeren Händen: איש :1כמתנת ידו כברכת י׳ אלדדןד אעזר נתךלן. Diese Worte werden bisher, wie ich glaube, nicht ganz richtig verstanden. Luther und Ed. König, S. R. Hirsch, D. Hoffmann und Buber-Rosenzweig übersetzen: ״Ein jeder nach der Gabe seiner Hand, nach dem Segen usw.“ Aber diese Uebersetzung scheint mir wenig befriedigend; denn dann wäre IT כמתנת überflüssig, es hätte genügt 'איש כברכת וג: — Die LXX haben: exaazo(.,ך xazä dovafuv z0>v yetpcov ujmwVj xarä zrjv eöloytav Kupioiy zou Seou goo rp edcoxiv ooi. Aehnlich, nur noch freier, die Vulgata: ״sed offeret unusquisque secundum quod habuerit juxta benedictionem Domini Dei sui, quam dederit ei.“ M. Sachs in der Zunz-Bibel: ״Jeglicher nach dem, was seine Hand geben kann, nach dem Segen usw.“ Steuernagel: ״Jeder (bringe mit), was seine Hand zu geben vermag nach dem Segen.“ Fast ebenso Marti in der Kautzsch- Bibel: ״Jeder (soll) mit dem (kommen), was er zu geben vermag, je nach dem Segen usw.“ Sie nehmen alle מתנה als ״Fähig.kei t zu geben“, doch diese Bedeutung ist wohl nicht zu belegen. 2*