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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 1 · p. Seite 61

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 1
Article
Erez Israel in der Responsenliteratur des späteren Mittelalters
Date
1930-01-01
Page
Seite 61 (sequence 18)
Language
German
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61 fahren werden. In diesen Monaten gehen nämlich Fischerkähne (דוגיאות) von Venedig ab. Sie wurden befreit und möchten ihr Gelübde erfüllen. Nun tobt aber ein Krieg zwischen den Edomitern und Ismaeliten. Niemand wagt sich aufs Meer hinaus, auf dem man bloß Soldaten fahren sieht. Was soll nun geschehen1? 15. R. David ibnSimra (geb. um 1470, gest. 1573, Afrika und Safed). Ein Ehepaar erkrankte an einer Kopfkrankheit. Die Frau gelobte (falls sie gesund wird), nach Palästina auszuwandern. Sie genas, doch kann sie nicht fahren, weil sie arm ist2. 16. R. Moses Tran i (Rabbiner in Safed, 1505—1585). R. Moses berichtet, daß einmal ein Nasir, der nach Palästina kam, um dort sein Nasiräat zu beobachten, ihn ersuchte, das Nasirgelübde aufzulösen, weil er es nicht aus führen kann3. Andere Reisen nach Palästina oben I 2c, 6, 8 und weiter II b 1, 3; III 3. b) Reisen aus Palästina. Schon R. Meir Rothenburg erzählt, wie wir bereits gehört, daß viele Juden nach Palästina sich begaben in der Absicht, in ihre Heimat wieder zurückzukehren. Er selbst hat manches von den Zurückgekehrten gehört. Bekannt sind noch folgende Fälle: 1. R. Isaak b. Schescheth (um 1380, in Saragossa) wendet sich in einem Responsum an R. David b. Schoeib in Galatayud. Der Sachverhalt ist folgender: Ein gewisser R. Abraham. פראח, der aus Kastilien stammte, zog nach dem Jahre 132 (= 1372) nach Jerusalem und ließ seine Frau Ordonia in der Heimat zurück. Ein Jude kam aus Jerusalem, durchwanderte die Städte Frankreichs und Deutschlands und nach mehr als 2 Jahren besuchte er auch Spanien. Der Onkel der Frau Ordonia, zwei Gemeindeangestellte und der Palästinänser kamen eines Tages zu R. Isaak b. Schescheth, und der Jude aus Palästina teilte ihm folgendes mit: ,,Ich habe einen Juden namens Abraham 6 פראח Jahre hindurch in Jerusalem gekannt, der dort Lehrer war und eine Frau geheiratet und Kinder hatte. Er ist dann an einer Herzkrankheit gestorben“. Näheres konnte er nicht mitteilen. Er wußte bloß, daß jener aus Kastilien stammte. R. Isaak b. Schescheth ließ diese Zeugenschaft protokollieren, konnte aber auf Grund dieser mangelhaften Aussage der Frau keine Bewilligung zur Wiederverheiratung’ erteilen, da er es nicht für ausgeschlossen hielt, daß es in Kastilien noch einen anderen Abraham פדאח gab. In der Tat erfuhr R. Isaak bald, daß in Kastilien noch mehrere Juden desselben Namens wohnen. Er beauftragte die Gemeinde- Schreiber, das Protokoll aufzubewahren, damit, wenn sich Zeugen fänden, die behaupten, sie hätten gesehen, daß der Mann der Ordonia in Jerusalem gewohnt, selbst wenn sie nicht wüßten, daß er gestorben ist, man auf Grund beider Aussagen der Frau die Bewilligung• zur Heirat erteilen könnte. Doch der Onkel der Frau meinte, daß sich kaum noch solche Zeugen finden werden. Als er sah, daß er bei R. Isaak nichts mehr ausrichten kann, verlangte er eine Abschrift der Zeugenaussage. Sie wurde ihm gegeben mit der Bemerkung, die auf Geheiß des R. Isaak hinzugefügt wurde, daß die Zeugenaussage mangeihaft ist und daß sie nur zu dem bereits oben erwähnten Zweck aufbewahrt wird. Gleichzeitig aber erhielt er, ohne Wissen des R. Isaak, von den Vor- 1 RGA. des MhRM Padua Nr. 72. — Unter dem im Responsum erwähnten Krieg kann entweder der Krieg zwischen Suleiman und Ferdinand (1540—1545) oder der Karls V. mit den Seeräubern in Afrika, wobei er von Andreas Doria unterstützt wurde, gemeint sein. 2 RGA. des RDbS Nr. 454. — Andere Gutachten des RDbS in bezug auf Palästina: I 177, 269, 283, 337, 340, 390, 398, 580. II 633, 638, 646, 648, 702, 705, 723, 726, 731, 732. III 851, 852, 853, 925, 957, 994. IV 1105, 1148, 1315, 1329. VI 2253, 2055, 2259. 3 RGA. des R. Moses Trani Nr. 174 (ed. Lemberg S. 14d). Vgl. noch das. III Nr. 81 (S. 16a) u. I 240 (S. 34a R).

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