Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Erez Israel in der Responsenliteratur des späteren Mittelalters
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 8)
- Language
- German
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- Safed 1× ep/1046078
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51 Geschichte der Juden in Palästina, sondern auch für die in anderen Ländern von Interesse sind. Im 12. Jahrhundert (z. Z. des R. Chaim ha-Kohen) galt Palästina für die Juden als ein Ort, wo Räuber und wilde Tiere hausen. Von Reisen nach Palästina ist erst im 13. Jahrhundert die Rede; manche Juden reisten dorthin, sich dort dauernd niederzulassen, manche auch mit dem Vorbehalt, bald in ihre Heimat zurückzukehren1. Auch in der Folgezeit kamen Reisen aus verschiedenen Ländern nach Palästina vor. Nicht immer aber konnte sich der Verkehr glatt abwickeln: Im Jahre 1320 soll Portugal im Aufträge des Papstes eine Flotte auf Raub gegen Juden und Ismaeliten ausgeschickt haben2. Deswegen mußten Reisen von Juden aus Spanien nach Palästina unterbleiben. Dasselbe geschah auch in Italien im Jahre 1540, ,,da die Edomiter mit den Ismaeliten“ Krieg führten3. Besonders hatten die Reisenden (15. Jhdt.) unter der Bedrohung durch Seeräuber zu leiden4. Die Reisen wurden auf Schiffen unternommen, die von Venedig im Mai und November5, von Barcelona im Oktober und November6 abgingen. Es kamen auch Reisen — aus Afrika — nach Palästina über das Festland vor7. Das Ziel der Auswunderer war gewöhnlich Jerusalem8. Denn wenn das übrige Erez Israel von seiner Heiligkeit nach der Zerstörung des Tempels verloren hat, Jerusalem aber hat von seiner Heiligkeit nichts eingebüßt9. Es wurde im 14. Jahrhundert von einem Wunder, das zur Zeit des Tempels geschah und das sich noch damals ereignete, erzählt. Man pflegte Wallfahrten nach Jerusalem aus Aegypten und den benachbarten Ländern zu unternehmen10. Im 16. Jahrhundert pflegte man auch nach Safed zu fahren11. In Palästina beobachteten die Juden das Sabbathjahr12. Ihre Lage war aber dort nicht besonders gut. Infolge der schwierigen Verdienstmöglichkeit gab es sehr viele Arme, die die öffentliche Mildtätigkeit in Anspruch nehmen mußten. So wurde aus manchen Ländern Europas (Deutschland und Italien) für die Armen in Palästina Geld geschickt13. Es scheint aber, daß die Juden in der Aus- Übung ihres Berufes nicht gehindert waren. So wollte ein spanischer Jude nach Palästina fahren und dort Handel treiben oder ein Handwerk ausüben14. Einjude aus Kastilien war in Palästina Lehrer15. 1 So beauftragen manche Eltern ihre Kinder, die nach Palästina fahren, in die Heimat zurückzukehren (weiter I 2c). 2 S. weiter II 3. 3 S. weiter II 14. 4 S. weiter I 5. Vgl. noch RGA. des R. Salomo b. Simon Dur an Nr. 115. 5 S. weiter II 14. 6 S. weiter II 6. Vgl. auch II 3, hier wird noch ein Ort!מאלרגדאד genannt. 7 S. weiter I 4a und 5. 3 S. weiter I 6, II 3. 9 S. weiter I 4c. 10 S. weiter I 4c. 11 RGA. des R. Moses Trani I 240, 139; II 145. 12 S. weiter III 4. 13 S. weiter Ilb 2 und III 2. 14 S. weiter Ha 3a. 15 S. weiter Ilb 1. י*4