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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 1 · p. Seite 50

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 1
Article
Erez Israel in der Responsenliteratur des späteren Mittelalters
Date
1930-01-01
Page
Seite 50 (sequence 7)
Language
German
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50 oder jenes zu tun, darunter nicht selten, nach Palästina zu fahren und dort (in Jerusalem oder Safed) zu wohnen1. Manche wollten dort auch als Nesirim leben2. b) Eine ähnliche Massenauswanderung geschah ungefähr 75 Jahre später, an der sich nicht nur Rabbiner, sondern auch einfache Juden beteiligten. Im Jahre 1286 verließen viele Juden mit R. Meir Rothenbürg Deutschland, um ,,über das Meer'" zu ziehen3. Bekanntlich wurde R. Meir verhaftet und blieb in Haft bis zu seinem Tode. Auch hier ist die Frage: Warum wanderten so viele Juden aus? Gewiß war die schlechte Behandlung, die die Juden in Deutschland erfuhren, dafür ausschlaggebend. Aber gerade an R. Meir ergehen viele Anfragen, die sich auf Palästina beziehen4. Gerade R. Meir ist es, der, obwohl er auf manche solcher Fragen die Entscheidung ablehnt, es als besonderes Verdienst betrachtet, im heiligen Lande zu wohnen. Man geht daher nicht fehl, wenn man annimmt5, daß die große Bedeutung Palästinas ein wichtiges Motiv für die Aus- Wanderung der Juden im Jahre 1286 war6. Bevor ich die Responsen selbst, die für uns in Betracht kommen, mitteile, möchte ich auf manche in ihnen befindliche historische und kulturhistorische Daten hinweisen, welche nicht nur für die 1 Vgl. die RGA. des R. Moses Trani weiter S. 61 Anm. 3. Vgl. noch RGA. des R. Aharon Sason Nr. 60 (ed. Venedig 1626, S. 80c). 2 Das. vgl. noch RGA. des RDbS II Nr. 711. 3 Vgl. Grätz VII Note 9 (wo auch mitgeteilt wird, daß die Mainzer Bürger sich bei dieser Gelegenheit 54 Häuser der ausgewanderten Juden angeeignet haben) und Back, R. Meir b. Baruch aus Rothenburg S. 62. In meinen ,,Beiträgen“ S. 4 zweifelte ich daran, daß R. Meir sich gerade nach Palästina begeben wollte; jetzt aber halte ich es mit Rücksicht auf die große Bedeutung Palästinas bei den Juden für sicher, daß R. Meir nach Palästina ziehen wollte. 4 Vgl. weiter I 2. 5 So sagt Krauss in ,,Zion“ I 124 f., indem er auf RGA. des R. Meir Rothenburg, ed. Berlin Nr. 15 (weiter I 2b) verweist, daß der Glaube, in Palästina von den eschatologischen Grabesleiden frei zu sein, Auswanderungen dorthin veranlaßt haben kann. In ,,Melanges“ (RfiJ 1926, S. 341) will er aber die Auswanderung R. Meirs in Zusammenhang bringen mit dem Streit um die Schriften Maimunis. 6 Auch die Auswanderung R. Jechiels aus Paris, des Lehrers R. Meirs, um das Jahr 1260 ist hauptsächlich auf seine Sehnsucht nach dem heiligen Lande und nicht bloß auf den Verfall der Schule, der durch die Talmudkonfiszierungen und ־Verbrennungen hervorgerufen wurde, zurückzuführen. R. Jechiel hätte sich, falls die schlechte Lage allein der Grund für seine Aus- Wanderung gewesen wäre, in ein benachbartes Land begeben (z. B. nach Deutschland, wo sein Jünger R. Meir wirkte). Aber R. Jechiel wollte nach Palästina fahren, um dort ein frommes Leben zu führen und die Gebote, die dort Geltung haben, zu erfüllen. Dies geht aus der Mitteilung in Kaphthor wu-Pherach XI (ed. Edelmann S. 15a, ed. Luncz S. 81) hervor, wo berichtet wird, daß R. Jechiel den Opferdienst wieder einführen wollte: גם כי אמר (ר׳ ברוך) אלי בירושלב כשהבאתי אליו זד. הספר לטבור עליו ולהגיהו שרבנו.(חננאל) (יחיאל! דפריש דל אמר לבא לידושלם והוא בשנת שבע עשרה לאלף הששי ושיקריב קרבנות בזמן הזה. Vgl. dazu J. Freimann in seiner Einleitung zu Sefer Machkim des R. Nathan b. Jehuda S. XIII, Margulies, Wikuach R. Jechiel S. 11, Anm. 38, und M. Guttmann ישראל בתלמוד ומדרש p» in der Festschrift zum 75jährigen Bestehen des jüd.־theolog. Seminars S. 113. Unter ,,Opfer“ kann bloß das Pesachopfer gemeint sein. Guttmann a. a. O. Zur Emendation Ghananel in Jechiel — Edelmann in der Einleitung S. XXXI und Luncz a. a. O.

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