Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Erez Israel in der Responsenliteratur des späteren Mittelalters
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 3)
- Language
- German
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46 Von. einem solchen Gelübde hören wir in den Responsen zuerst in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts* 1. Nicht immer nämlich ließen sich solche Gelübde ausführen. Kriegswirren oder Erkrankung bildeten große Hindernisse. Es ergingen daher Anfragen an die Rabbiner, was zu tun sei. Im allgemeinen lauten ihre Entscheidungen, daß sich ein solches Gelübde auflösen läßt; die späteren Rabbiner meinten auch, man solle einen Betrag, der den Reisekosten gleichkommt, unter Arme verteilen2. Wie zahlreich müssen wohl die Fälle gewesen sein, daß diejenigen, welche eine Reise nach Palästina gelobten, wirklich auswand erteil! Mit Rücksicht auf die große Bedeutung Palästinas lassen sich vielleicht auch zwei wichtige Auswanderimgen nach Palästina im 13. Jahrhundert erklären. a) ■ D i e Auswanderung der 300 Rabbiner. In Schebet Jehuda ed. Wiener S. 113 wird erzählt: ״Im Jahre 171 ( — 4971 1211 ehr. Z.) regte der Ewige die Rabbiner Frankreichs und Englands3 an, nach Jerusalem zu ziehen. Es waren ihrer mehr als 300. Der König ehrte sie sehr. Sie erbauten dort Synagogen und Lehrhäuser. Auch unser großer Lehrer R. Jonathan Kohen zog mit. Es geschah durch sie ein Wunder: Sie beteten um Regen und fanden Gehör, wodurch der Name des Ewigen geheiligt wurde/‘ Grätz4 meint, daß die Auswanderung der 300 Rabbiner wegen der schlechten Lage der Juden in Frankreich verbunden mit der Sehnsucht nach dem heiligen Lande, welche der Dichter Jehuda ha-Levi angeregt hatte, erfolgte. Aehnlich sagt auch Groß5, daß die ungünstige Lage der Juden in Frankreich um diese Zeit infolge der feindlichen Gesetze des Papstes Innozenz III. (1198—1216) den Anlaß zur Auswanderung der 300 Rabbiner gegeben hat. Dagegen wendet Krauss6 folgendes ein: 1. Die Lage der Juden war zu allen Zeiten nicht besser. 2. Die Maßnahmen Innozenz״ III. galten auch für andere Länder und waren nicht auf Frankreich und England beschränkt und wir finden nicht, daß damals Juden aus anderen כמו שהעידו עליו דברי הקבלה והשם זכה לזכות את הרבים אחר פלוקו לישיבה עליונה של כבודו יעשו מצוד, מנכסיהם וידדו כדרים לשמו וכיון שהורגלו רבים בכך ובזה הלשון עצמו שאמר האיש הזה נראה שנדרו [נדר! וחייב לקיים. Nun hatte aber jener kein Geld und R. Levi ibn Chabib wurde angefragt, ob man das Gelübde auflösen kann. Wichtig für uns ist nun, was R. Levi sagt: כי יש לי םפק אם למד מדרכי האומות ונהג כמנהגם שבעת צרתם נודרים גופם ונותנים אותם לקדושים שלהם ובכה הוא המובן הנראה מדבריו ואם זאת היתד, כונתו אין בדבריו ממש ואפילו היתר אינו צריך. אדרבה צריך לבקש מליחה ומחילה מנורא עלילה ואולי בזד, תחיה לחליו תעלה .. . ואם יאמר שלא היתד, זאת כונתו אלא שנדר סתם כדרך בני ישראל אז יהא דינר ■כמבואר למעלה. 1 Vgl. weiter II 1. 2 Vgl. weiter II 10. 3 Unter ,,England“ können auch die damals dem englischen König gehörenden Länder in Frankreich gemeint sein. Krauss REJ 1926 S. 335. Vgl. auch Zimmels, Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland im 13. Jahrhundert S. 137. 4 Geschichte VII S. 12. 5 Etüde sur Simson ben Abraham de. Sens, REJ VI 176. Vgl. Krauss, L’emigration de 300 Rabbins en Palestine in: M&langes offerts a M. Israel Levi, RßJ 1926, S. 337. 6 A. a. 0. ׳ .... .